Bequemlichkeit stört die Selbstfindung

„Wer bin ich? Was ist mir wirklich wichtig?“ Das fragt sich jeder Mensch irgendwann einmal. Eine gute Antwort verlangt Mut, Achtsamkeit und auch ein Stück weit Selbstreflexion. Doris Iding schreibt: „Nie zuvor konnten Menschen ihren Lebensweg freier wählen als in der heutigen Zeit. Gleichzeitig sind viele mit der großen Auswahl an Optionen überfordert.“ Das Überangebot an Möglichkeiten, ein Leben zu führen, das den eigenen Bedürfnissen, Talenten und Wünschen entspricht, fordert das Individuum umso mehr dazu auf herauszufinden, ob das, was angeboten wird, wirklich mit dem eigenen Wesen und Werten vereinbar ist. Deshalb ist es wichtig, sich immer wieder zu fragen: „Passt das, was ich tue, auch wirklich zu mir?“ Antworten auf so eine existenzielle Frage zu finden ist nicht leicht.

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Die Selbstauskunft boomt im 21. Jahrhundert

Valentin Groebner schreibt: „Zeige dich. Gib Auskunft über das, was du schön findest. Erzähl deine Geschichte, deine Herkunft, deine Wünsche.“ Reden über sich selbst als öffentliche Intimität ist im 21. Jahrhundert nicht nur Merkmal von Teilhabe und Offenheit, sondern gilt als unverzichtbar für privaten und beruflichen Erfolg. Geht das? Um welchen Preis? Was geschieht, wenn man erzählt, woher man kommt? In wen verwandelt man sich, wenn man von sich als Mitglied einer Gemeinschaft berichtet? Oder mehrerer – denn Heimat ist ja offensichtlich nicht nur ein Ort, sondern auch ein kollektiver Zustand. Valentin Groebner lehrt als Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern. Seit 2017 ist er Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

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Ohne Zweifel gibt es kein persönliches Wachstum

Moderne Gesellschaften überschätzen Furchtlosigkeit und Mut oftmals maßlos. Und Verletzlichkeit wird mit Schwäche gleichgesetzt. Ängste können allerdings gar nicht überwunden werden. Anja Förster und Peter Kreuz stellen klar: „Sie gehören zum Leben – und zum Geschäft – dazu und lassen sich nicht ausradieren.“ Man kann nur mit ihnen weitermachen – und ob man die Augen vor ihnen verschließt und sie ins Dunkel seiner Persönlichkeit abdrängt, das ist die eigene, ganz persönliche Entscheidung. Kluge Menschen haben immer wieder gezeigt: Man kann seine Befürchtungen, Zweifel und Ängste anschauen und wahrnehmen. Und sogar offen darüber reden. Erstaunlicherweise geht die Welt dabei nicht unter. Ganz im Gegenteil: Sich verletzlich zu zeigen, ist keineswegs Schwäche, sondern Stärke. Sie wird von anderen auch so wahrgenommen. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.

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Narzissten glauben an ihre eigene Grandiosität

Der griechische Jüngling Narziss sah sein Spiegelbild im Wasser und war so entzückt, dass er sich in sich selbst verliebte. Nach dieser Geschichte aus der griechischen Mythologie prägte Sigmund Freud den Begriff des Narzissmus. Dieser Persönlichkeitszug steht gleichzeitig in Verbindung mit einer hohen Aggressivität. Hans-Peter Nolting erklärt: „Ähnlich wie die Psychopathen glauben die Narzissten an die eigene Grandiosität: Ich bin ein ganz besonderer Mensch und anderen überlegen. Doch anders als bei Psychopathen hat ihre Aggressivität stärker einen ärgerlich-empfindlichen Charakter.“ Besonders aggressiv reagieren Narzissten nämlich auf Bedrohungen ihres Selbstbildes. Dies zeigt sich vor allem dann, wenn jemand ihre Großartigkeit in Frage stellt. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt. Viele Jahre lehrte er als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen.

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Realistische Ziele führen zu einem zufriedenen Leben

Kränkungen resultieren oft aus nicht erfüllten positiven Erwartungen. Deshalb haben sie viel mit Einstellung, Selbstbild, Hoffnung und Wünschen, vor allem aber mit Enttäuschung zu tun. Reinhard Haller weiß: „Zufrieden und ungekränkt kann man leben, wenn realistische Ziele angestrebt und unsere Erwartungen erfüllt werden. Geschieht dies nicht, reagieren wir mit Enttäuschung und Kränkung.“ Man muss erkennen, dass das von einem selbst gemachte Bild – das Selbstbild – in wichtigen Punkten nicht mit jenem der Mitmenschen harmoniert, dass die eigene Einstellung nicht richtig war und dass sich die persönlichen Erwartungen als irreal erwiesen haben. Darauf reagieren die meisten Menschen mit Ärger, Frustration, Enttäuschung und in weiterer Folge mit Kränkung. Enttäuschung bedeutet zunächst, dass Erwartungen nicht erfüllt und man getäuscht worden ist. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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Das Selbstbild ist entscheidend für ein erfolgreiches Leben

Kinder interessieren sich nicht dafür, wie ein Fluss heißt, sondern sie wollen ein Schiffchen darin absetzen oder einen Damm bauen. Sie sammeln begeistert Steine am Ufer und fühlen, wie kalt das Wasser ist. Sie sind geborene Philosophen, weil sie die großen Fragen „Wo kommen wir her?“ und die überraschenden wie „Haben Flöhe auch Läuse?“ stellen. Das Staunen ist für Kinder ganz zentral, sie sind verwundert über alles Neue und bewundern alles Schöne, wie den Mond und die Sterne am Nachthimmel. Andreas Salcher fügt hinzu: „Spätestens im Kindergarten kommen wir mit Gleichaltrigen zusammen, welche die gleichen Probleme und ähnliche Fähigkeiten wie wir haben. Wir finden heraus, dass wir manche mehr mögen als andere und dass wir nicht mehr allein im Mittelpunkt stehen, sondern uns in eine Gemeinschaft einfügen und Regeln befolgen müssen.“ Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

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Das künstliche Selbst verbirgt die Persönlichkeit

Wo das eigene Selbstbild – die Vorstellung, die ein Mensch von sich selbst macht – von Selbsterleben ergänzt wird – ist die Herrschaft der inneren Bilder auf gesunde Weise gebrochen. Georg Milzner erläutert: „Wir entwerfen Bilder von dem, was wir sein möchten oder zu erreichen anstreben, fühlen uns aber auch in dem, was wird jetzt sind.“ Nicht immer werden die eigenen Bilder von anderen geteilt. Dann kommt es zu einem Konflikt, und man erlebt Spannungen, in deren Bewältigung sich die wachsende Psyche stärkt und bewährt. Im besten Fall wird dabei die Selbstwahrnehmung schärfer, und die Fähigkeit sich selbst auszubalancieren, nimmt zu. Denn normalerweise bildet sich ein Mensch ja nicht nur innerlich ab, er handelt und fühlt und bekommt Rückmeldungen. Georg Milzner ist Diplompsychologe und arbeitet in eigener Praxis als Psychotherapeut.

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