Manchmal töten Kinder ein Elternteil

Reinhard Haller weiß: „Tötungen eines Elternteils durch Kinder haben einen ganz anderen psychologischen Hintergrund als sonstige Fälle von Mord, Totschlag oder Körperverletzungen mit tödlichem Ausgang.“ In allen Fällen weisen die Täter erhebliche psychische Probleme auf, meist liegt zudem eine pathologische Familiensituation vor. Nach internationalen Untersuchungen ist die Hälfte jener Kinder, die ein Elternteil töten, psychisch krank, meist leiden sie an einer Schizophrenie. Beim Großteil der restlichen Fälle liegen jahrelange Konfliktsituationen vor, in welchen sich das erwachsen gewordene Kind sich in einer Art Notwehr oder auch als Rache zu Tötung hinreißen lässt. Gerade bei der Tötung des Vaters durch den Sohn spielen auch tiefenpsychologische Ursachen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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Ehrenmorde sind keine Seltenheit

Eine Beleidigung hat viel mit Ehre und dem Ehrbegriff zu tun. Zwar ist der Ehrbegriff in Zeiten der Pluralisierung und des Wertewandels in der westlichen Welt in eine Krise geraten. Reinhard Haller ergänzt: „In anderen Kulturen wird die Ehre in ihrer Wertigkeit höher angesiedelt als die Rechtsgüter Leib, Leben und Freiheit.“ In einer altmodischen Formulierung wird die Ehre als „Achtungswirklichkeit“ oder „verdienter Achtungsanspruch“ bezeichnet. Der britische Philosoph und Staatstheoretiker Thomas Hobbes (1588 – 1679) betrachtete Ehre als Anerkennung der Macht durch andere. Es bleibt umstritten, ob es sich bei der Ehre um einen inneren Wert, vergleichbar der Menschenwürde, oder um etwas, das von außen beschädigt werden kann, handelt. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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Jeder Mensch trägt Gutes und Böses in sich

Wie können, so fragen sich viele Menschen, das Gute und das Böse, das Normale und das Abartige in einer Person vereint sein und in unmittelbarer Form nebeneinander existieren? Reinhard Hallers Antwort lautet: „In jedem Menschen ist das Gute und Böse vorhanden und kann je nach Veranlagung, Erziehungseinflüssen, Lebenserfahrungen und äußeren Umständen in der einen oder anderen Form manifest werden.“ Sofern psychische Krankheiten keine Rolle spielen, muss der Mensch die Fähigkeit zur Spaltung in „ganz gut“ und „ganz böse“, in „normal“ und „abnormal“ besitzen. Und er muss imstande sein, mit diesem unmittelbaren Nebeneinander zu leben. Es erübrigt sich deshalb für Reinhard Haller die Frage nach einer eindeutigen Unterscheidung in gute und böse Menschen. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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Böse Taten unterliegen stets einer subjektiven Wertung

Die bösesten Taten sind jene, die genau geplant, mit eiskalter Berechnung durchgeführt werden und dann auf einen qualvollen Tod des Opfers zielen. Trotz der mit amerikanischem Pragmatismus erfolgten Graduierung des Bösen wird man böse Taten niemals wirklich quantifizieren können. Reinhard Haller nennt einen Grund: „Neben den religiösen, moralisch-ethischen und gesetzlichen Maßstäben bleibt die subjektive Wertung stets ein entscheidendes Kriterium.“ Eine der spannendsten, bis heute heiß umstrittenen Fragen ist jene, ob es den Mord oder überhaupt das Verbrechen ohne Motiv gibt. Literaten und Philosophen haben sich mit dieser Frage viel mehr beschäftigt als Kriminologen und Psychiater. Etwa Friedrich Nietzsche in „Der Wanderer und sein Schatten“ oder Max Frisch in „Graf Öderland“. Der Psychiater und Psychotherapeut Reinhard Haller arbeitet vornehmlich als Therapeut, Sachverständiger und Vortragender.

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