Gefühlsblinde Menschen können mit ihren emotionalen Erleben nicht völlig gefühllos sind: „Wir wissen aus Studien, dass der Körper reagiert. Auch das Gehirn reagiert, es ist nur anders als bei anderen Menschen.“
Olga Pollatos von der Universität Potsdam geht davon aus, dass die Betroffenen grundsätzlich nicht weniger Gefühle als andere Menschen besäßen: „Es bedeutet eher, dass sie über ihre Gefühle weniger differenziert berichten und sie voneinander unterscheiden können.“ Manche der gefühlsblinden Menschen empfinden ihr Defizit nicht als nachteilig. Sie glauben, dass sie nicht so schnell überreagieren, ihre Gefühle besser im Griff haben und weniger emotional auftreten.
Emotionen
Die Wollust ist ein überwältigendes Gefühl
Wenn das sexuelle Verlangen und die Wollust über einen Menschen hereinstürzen, siegen sie über die Vernunft und stürzen die Betroffenen ins Reich der Sinne. Zu den Emotionen, die in der Wollust enthalten sind, zählt Simon Blackburn unter anderen den Ekel und die Scham. Im Idealfall kann die Wollust einem Menschen die höchste Ekstase bescheren, die er erreichen kann. Der Verlust des Denkens geht einher mit der Entschädigung durch größte Lust. Die Begierde ist die Schattenseite der Liebe, die meist im Verborgenen zuhause ist.
Die emotionale Intelligenz sorgt für den Berufserfolg
Akademische oder technische Fertigkeiten sind laut Daniel Goleman nur noch Voraussetzungen für den Einstieg in bestimmte Jobs. Was erfolgreiche Menschen in ihren speziellen Fachgebieten besonders auszeichnet sind Eigenschaften wie Durchhaltevermögen, Tatkraft, Optimismus, Anpassungsfähigkeit und Empathie. In einem umkämpften Wirtschaftsumfeld sind es vor allem die emotional intelligenten Fähigkeiten, die ein Unternehmen erfolgreich machen.
Frigidität und Impotenz zeugen von gestörter Liebesfähigkeit
Mit der Frigidität der Frau und der Impotenz des Mannes beschäftigte sich der Psychoanalytiker Wilhelm Stekel in den beiden Büchern „Die Geschlechtskälte der Frau“ (1921) und „Die Impotenz des Mannes“ (1920). Wilhelm Stekel erkannte in der sexuellen Unfähigkeit beider Geschlechter eine ausgeprägte Störung der Liebesfähigkeit. Denn der Psychoanalytiker war der Meinung, wer wahrhaft lieben könne, vermag auch in der sexuellen Vereinigung sein Glück zu finden. Wilhelm Stekel sieht wie Alfred Adler in dem Kampf der Geschlechter die zentrale Ursache der sexuellen Anomalien des modernen Menschen.
Emotionale Erpressung vernichtet die Liebe
Erpresser, die für ihr schändliches Tun Emotionen einsetzen, handeln nach dem Grundsatz, dass der Interaktionspartner leiden wird, wenn er nicht das tut, was der Erpresser möchte. In einer normalen Beziehung geben und nehmen die Partner gleich viel. Dem emotionalen Erpresser dagegen ist dieses ausgewogene Verhältnis völlig egal. Für ihn zählt nur, dass er bekommt, was er möchte. Bei potentiellen Erpressungsopfern sollten die Alarmsirenen klingeln, wenn sie an ihrem Partner folgende Verhaltensweisen feststellen.
Geschwister lieben und hassen sich gleichzeitig
Geschwister lernen voneinander, auch wenn sie sich dauernd streiten. Das haben Entwicklungspsychologen und Familienforscher in neuen Studien herausgefunden. Heftige Emotionen gegenüber Schwestern und Brüdern sind nach Ansicht von Geschwisterforschern normal. Dazu zählt die Liebe ebenso wie der Hass. Der Münchner Entwicklungspsychologe Hartmut Kasten erläutert: „Es ist typisch für die Beziehung zwischen Geschwistern, dass negative und positive Gefühle gleichzeitig stark vorhanden sind.“
Ständiger Stress macht die Menschen krank
Die Zwänge des Lebens rufen Angst hervor. Stress schwächt die Immunfunktion des Körpers dermaßen, dass dadurch die Metastasenbildung von Krebs beschleunigt wird, die Anfälligkeit für Virusinfektionen steigt, das Herzinfarktrisiko erhöht sowie Asthmaanfälle auslöst. Hält der Stress über einen längeren Zeitraum an, kann er selbst die Funktionsfähigkeit des Gehirns in Mitleidenschaft ziehen, beispielsweise den Hippocampus und damit die Gedächtnisleistung schädigen. Außerdem häufen sich die Belege, dass das Nervensystem durch stressige Erfahrungen angegriffen wird.
Die Wiederauferstehung des Heimatgefühls
Den wenigsten Philosophen ist eine grundlegende Definition des Begriffs Heimat gelungen. Einer der wenigen, dem das gelang, war Ernst Bloch, der in seinem Werk „ Prinzip Hoffnung“ schrieb: „Heimat ist das, was allen in der Kindheit scheint und worin noch niemand war.“ Heimat war lange Zeit ein verpönter Begriff, doch in den Zeiten der Globalisierung und der weltweiten Wirtschaftskrise, hat die Heimat wieder an Bedeutung gewonnen. Sie vermittelt augenscheinlich ein Stück Unvergänglichkeit und einen Ort, an dem sich die Menschen tief verwurzelt fühlen. Der Bedeutung der Heimat für die Menschen ist eindeutig auf dem Vormarsch. So hat zum Beispiel die Hamburger Sozialbehörde durch eine Umfrage herausgefunden, dass 88 Prozent der Bundesbürger die Heimat als wichtig oder sehr wichtig einstufen.