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Emotionen legen die Moral fest

Verwandeln sich Menschen in bessere Wesen, wenn sie über Moral nachdenken? Das wollte der amerikanische Philosoph Eric Schwitzgebel überprüfen. Dazu verglich er das Verhalten von Moralphilosophen mit dem von Kollegen, die sich nicht professionell mit Ethik beschäftigen. Das Ergebnis ist auf den ersten Blick ernüchtern. Philipp Hübel stellt fest: „Ethiker spenden weder mehr Blut noch mehr Geld für gute Zwecke. Sie antworten nicht zügiger auf E-Mails und rufen auch ihre Mutter nicht häufiger an als andere Menschen.“ Mehr noch, in den Universitätsbibliotheken der Philosophischen Institute werden mehr als doppelt so…

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Die meisten Ideen entstehen aus Bekanntem

Schöpferisches Denken entspringt dem kollektiven Gehirn. Stefan Klein erklärt: „Ein Mensch, der ein Problem zu lösen versucht, […] wird scheitern, wenn er nach dem Idealbild des Originalgenies meint, alle Einfälle aus sich selbst schöpfen zu können.“ Aussicht auf Erfolg hat nur, wer die in einer Kultur geronnenen Erfahrungen anderer kennt und zur Grundlage seiner Überlegungen macht. Das im kollektiven Gehirn gespeicherte Wissen ist das Material, aus dem sich Ideen formen. Denn die meisten Ideen entstehen aus der Kombination von Bekanntem. Seit ihren Anfängen ist Kultur ein Baukasten, der sich selbst…

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Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen

Der Mensch ist nicht nur lösungsbegabt, sondern auch an sich vernunftbegabt mit den höchsten kognitiven Fähigkeiten auf dem Planeten Erde. Markus Hengstschläger schränkt ein: „Auch wenn seine enormen Potenziale, logisch zu denken und rational zu reflektieren, den Homo sapiens geradezu auszeichnen, so ist andererseits auch klar, dass gerade sein immer wieder vollkommen irrationales Verhalten viele der Probleme der Menschheit, die es zu lösen gilt, erst verursacht hat.“ Wenn genügend Information zu einem Sachverhalt vorliegt, kann eine detaillierte, komplexe Analyse erfolgen. Das macht dann besonderen Sinn, wenn man etwa die Vergangenheit…

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Ärger verhindert rationales Denken

Je mehr sich ein Mensch in seine Ärgergefühle hineinsteigert, umso weniger ist es ihm möglich, objektiv zu bleiben und andere, etwa konträre Argumente, zu sehen beziehungsweise zu akzeptieren. Heinz-Peter Röhr rät: „Wer mit starken Ärgergefühlen konfrontiert ist, tut immer gut daran, eine Zeit verstreichen zu lassen, bis die erste Wut vorüber ist, damit eine nüchterne Betrachtung der Gegebenheit möglich wird.“ Dies zu wissen ist von zentraler Bedeutung, wenn es darum geht, den Kontrollverlust zu erforschen und gegebenenfalls zu vermeiden. Wenn es einmal passiert ist, kann man nur sehr schwer den…

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Fühlen und Gedächtnis gehören zusammen

Fühlen ist ein Resultat des bewussten Geistes. Gedächtnis ist das Nachbarland. Man kann aber das Gedächtnis nicht verstehen, wenn man nicht versteht, wie das Fühlen dazu beiträgt, dass Erinnerung funktioniert. David Gelernter erklärt: „Während ein Aspekt vieler Erinnerungen eine Abstraktion liefert, können alle Aspekte einer Erinnerung ein Gefühl liefern.“ Manche Erlebnisse sind kompakt und einfach. Andere haben viele Teile. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie man jedes Ereignis erleben will und mit welchem Tempo man sich bewegt. Ein Gefühl oder eine Stimmung ist die Zusammenfassung einer Szene, die einen…

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Nur der Mensch kann über die Zukunft nachdenken

Zwei aus individueller Sicht wichtige Aspekte scheinen Joachim Bauer beim Nachdenken über Wege zu mehr Selbststeuerung von besonderer Bedeutung zu sein. Sie betreffen zum einen die Dimension der Zukunft. Zum anderen betreffen sie die grundsätzliche Notwendigkeit, Stress zu reduzieren. Die Potentiale der Selbststeuerung, nämlich planendes Handeln, Kreativität und Selbstwachstum, lassen sich nicht nur als Fähigkeiten, sondern auch als Bedürfnisse beschreiben. Ein überaus wichtiger Aspekt der Conditio humana ist die Fähigkeit des Menschen, sich die Dimension der Zukunft zu erschließen und sie zu reflektieren. Joachim Bauer erklärt: „Keine andere Spezies ist…

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Nie sind alle Faktoren des Denkens identifizierbar

Ein Mensch kann die Realität in seinem Inneren nachstellen, variieren, alimentieren oder verzerren. Bei diesen Gedankenspielen oder Imaginationen greift er auch auf internalisiertes Wissen, Erinnerungen, Erfahrungen, archetypische Bilder und körperliche Empfindungen sowie Erfahrungen während der Sozialisation zu. Allan Guggenbühl erklärt: „Dank unseres Imaginationsvermögens können wir uns in andere Szenen hineinversetzen und Zusammenhänge konstruieren. Klugheit bedeutet, dass wir diese mentalen Fähigkeiten für das Entwickeln neuer Zusammenhänge, neuer Sichtweisen einsetzen.“ Doch da jeder diese Fähigkeit besitzt, ist das gegenseitige Verstehen für Menschen eine Herausforderung. Möglicherweise geht im Kopf des Gegenübers etwas völlig…

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Gehirn und Körper formen den Geist

Üblicherweise gehen viele Menschen davon aus, dass der Geist vom Gehirn oder Zentralnervensystem erschaffen wird. Bei genauerem Hinsehen kann man allerdings erkennen, dass das nicht alles ist. David Gelernter erklärt: „Zu unseren Geisteszuständen gehören Gedanken und Gefühle; der Geist entsteht durch die Zusammenarbeit von Gehirn und Körper.“ Als einer von mehreren Philosophen spricht Ronald de Sousa von einem „zweispurigen Geist“, und bei den Spuren handelt es sich um „intuitive“ und „analytische“ mentale Abläufe. Auf die Annahme einer solchen Dichotomie kommt nahezu jeder, der schon einmal über den Geist nachgedacht hat.…

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Es gibt kein Bewusstsein ohne Selbstbewusstsein

Eine der bemerkenswerten Tatsachen des Bewusstseins besteht laut Markus Gabriel darin, dass man eigentlich nicht wirklich bestreiten kann, dass man bewusst ist. Diese Unhintergehbarkeit des Bewusstseins verbirgt sich hinter dem wohl bekanntesten Satz der neuzeitlichen Philosophie. Nämlich René Descartes` unendlich oft zitiertem: „Ich denke, also bin ich.“ In seinen „Meditationen über die erste Philosophie“ drückt er diesen Gedanken folgendermaßen aus: „Denken? Hier liegt es: Das Denken ist`s, es allein kann von mir nicht getrennt werden. Wie lange aber? Nun, solange ich denke. Denn vielleicht könnte es sogar geschehen, dass ich,…

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Ein neun Monate altes Baby ist genial

Eine Art menschlicher Sprache entstand vermutlich vor mindestens 100.000 Jahren durch eine evolutionäre Weiterentwicklung des Gehirns, des Brustkorbs und des Vokaltrakts. Timothy Garton Ash erklärt: „Eine hoch entwickelte Fähigkeit zur Kommunikation unter Verwendung von Sprache und abstraktem Denken unterscheidet den Menschen von seinen nächsten Verwandten, den Schimpansen und Bonobos.“ Der britische Tierfilmer und Naturforscher David Attenborough antwortete auf die Frage, was seiner Ansicht nach das erstaunlichste Geschöpf auf Erden sein: „Das einzige Geschöpf, bei dem mir vor Staunen so der Mund offen stehen bleibt, dass ich mich fast nicht losreißen…

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