Alexander Mitscherlich nähert sich der Aggression

Heftigkeit, Beweglichkeit und die leichte Weckbarkeit aggressiven Verhaltens sind für Alexander Mitscherlich typische Artmerkmale des Menschen. Da die Aggression gewöhnlich das menschliche Zusammenleben stört, richtet sich häufig die Moral gegen sie. Aus der Aggression entwickelt sich dadurch eine Untugend. Es gibt aber auch den gegenteiligen Effekt. Die Aggression rkmals ein, gepaart mit Heldentum und männlicher Tugend. Alexander Mitscherlich schreibt: „Richtet sie sich gegen Feinde, ist sie von Beifall gefolgt, unter Freunden und Bekannten soll sie schweigen.“ Es wird viel List eingesetzt, um der Aggression einen freien Lauf zu garantieren. Feinde müssen gefunden, wenn nicht gar erfunden werden, damit sie befriedigt werden kann.

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Wilhelm Reich erklärt die Funktion des Orgasmus

Wilhelm Reich ist davon überzeugt, dass es keine neurotischen Symptome ohne Erkrankung des Gesamtcharakters gibt. Für viele Psychoanalytiker stellte die neurotische Symptomatik eine Art Fremdkörper im sonst intakten Seelenleben dar. Wilhelm Reich korrigierte diesen Irrtum wie es vor ihm schon in ähnlicher Weise Alfred Adler getan hatte. Denn eine seelische Erkrankung betrifft immer die Persönlichkeit als Ganzes, weshalb auch die Behandlung beim Psychologen oder Psychoanalytiker dieser Totalität gewidmet sein muss. In seinen theoretischen Überlegungen über den Orgasmus knüpft Wilhelm Reich an Sigmund Freud an. Auch griff er die Gedanken des berühmten Wiener Frauenarztes Rudolf Chrobaks auf, der die Meinung vertrat, dass zur Heilung der Hysterie die wiederholte sexuelle Befriedigung das beste und wirksamste Mittel sei.

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Jesper Juul fordert von den Eltern weniger Nettigkeit

Eine strenge oder weniger strenge Erziehung ist für Jesper Juul weder besser noch schlechter. Familien können ihr Leben ohne die alten Tabus gestalten, aber dann werden neue entstehen. Jede Generation muss seine eigene Identität finden. Für Jesper Juul ist die deutsche Idee, dass Kindheit romantisch, nett oder süß sei, völliger Unsinn. So sind Kinder nicht und das Leben sieht auch total anders aus.

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Maurice Merleau-Ponty analysiert das Verhalten

Materie, Leben, Psyche und Geist versteht Maurice Merleau-Ponty als verschiedene Ebenen der Strukturbildung. Die jeweils höhere Struktur überformt die darunter liegenden Strukturen und verändert sie. So scheint in der Realität selbst ein Trend zu wachsender Bedeutung vorzuliegen. Die mächtigste Sinnschöpfung erfolgt für Maurice Merleau-Ponty durch die menschliche Existenz, die in der Arbeit und der Wahrnehmung existentielle Basis des Sinns konstituiert, von der alle feineren Regungen des Verstandes und des Gemüts ausgehen.

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Offene Kommunkation sorgt für seelische Gesundheit

In der Vorgeschichte einer jeden Psychose diagnostiziert Ronald D. Laing ein gewaltiges Defizit an Angenommensein und Bestätigtwerden. Das kann schon in der frühesten Kindheit beginnen, in der Mutter-Kind-Beziehung. Auch im Erwachsenalter kann man schizoide oder hypersensible in psychotische Wesen verwandeln, wenn man ihren fundamentalen Wunsch nach Anerkennung missachtet und sie mit ihrer Frustration alleine lässt.

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Christliche Ethik und Moral führen zum Infantilismus

Für Thomas Szasz gibt es zwei Regeln, die den Einstieg in eine neurotische Lebensführung erleichtern: Erstens das Familienmuster, zweitens die abendländische Religion und Ethik. Da der Mensch länger als alle anderen Lebewesen eine Betreuung durch die Eltern benötigt, erliegt er leicht dem Anreiz, über die eigentliche Kindheit hinaus ein Kind bleiben zu wollen. Schon Sigmund Freud hat darauf hingewiesen, dass die verlängerte Kindheit des Menschen mit seiner Disposition zur Neurose zusammenhängt. Tatsächlich kann eine verwöhnende Erziehung infantilisieren. Die Opfer einer solchen Pädagogik scheuen davor zurück, Erwachsen zu werden. Wenn sie dann eine Reihe von kindlichen Eigen- und Unarten entwickeln und ausbauen, hat sich die Neurose voll entwickelt.

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Seinen Charakter kann man nicht ändern

Der Charakter ist für den französischen Philosophen Alain, der von 1868 bis 1951 lebte, buchstäblich eine Prägung, die der Mensch von außen empfängt. Natürlich hängt diese Gestaltung auch von seinem Wesen ab. Der Charakter drückt für Alain wohl die Natur aus, aber durch einen Kampf des Menschen gegen die Umstände der Natur. Dies geschieht vor allem durch die Familie, den Beruf, den Handel, die der Natur eines Menschen entgegenstehen können.

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Gefühlsblinde Menschen unterdrücken alle Emotionen

Gefühlsblinde Menschen können mit ihren emotionalen Erleben nicht völlig gefühllos sind: „Wir wissen aus Studien, dass der Körper reagiert. Auch das Gehirn reagiert, es ist nur anders als bei anderen Menschen.“
Olga Pollatos von der Universität Potsdam geht davon aus, dass die Betroffenen grundsätzlich nicht weniger Gefühle als andere Menschen besäßen: „Es bedeutet eher, dass sie über ihre Gefühle weniger differenziert berichten und sie voneinander unterscheiden können.“ Manche der gefühlsblinden Menschen empfinden ihr Defizit nicht als nachteilig. Sie glauben, dass sie nicht so schnell überreagieren, ihre Gefühle besser im Griff haben und weniger emotional auftreten.

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Die Sexualität kann die Krönung der Liebe sein

Die Ehe und die Liebe scheinen ganz eng zusammenzugehören. Um ein Phänomen wie die Liebe wirklich zu erfassen, bedarf es laut Viktor Frankl mehr als einer psychoanalytischen Deutung – die Liebe muss einer phänomenologischen Analyse unterzogen werden. In ihrem Rahmen erweist sich die Liebe als ein anthropologisches Phänomen ersten Ranges. Die Liebe ist für Viktor Frankl einer der Aspekte dessen, was er als die Selbsttranszendenz der menschlichen Existenz bezeichnet.

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