Der Psychoanalytiker Erik H. Erikson hat die Theorie der lebenslangen Entwicklung begründet. Rüder Maas erläutert: „Erikson geht von acht psychosozialen Entwicklungsstufen im Lebenszyklus eines Menschen aus. Vom Säuglingsalter bis ins höhere Erwachsenenalter müssen Menschen auf jeder Entwicklungsstufe, die sie durchlaufen, einen bestimmten Konflikt bewältigen.“ Nur wenn der entsprechende Konflikt der jeweiligen Entwicklungsstufe bewältigt wurde, kann der Konflikt der nächsten Stufe erfolgreich bewältigt werden. Jede Stufe setzt dabei ein neues Niveau der sozialen Interaktion und des Konfliktes voraus. Bis zum Alter von etwa anderthalb Jahren müssen Kinder ein Urvertrauen zu ihrer Umgebung aufbauen. Gefördert werden kann dies durch eine starke und stabile Beziehung zu den Eltern, die dem Kind Nahrung, Wärme, körperliche Nähe und Geborgenheit geben. Rüdiger Maas studierte in Deutschland und Japan Psychologie. Er ist Gründer und Leiter eines Instituts für Generationenforschung.
Erik H. Erikson
Menschen wollen nicht vergessen werden
Menschen hinterlassen Spuren, indem sie Kinder in die Welt setzen, Häuser bauen, Gärten anlegen oder Stiftungen gründen. Manchmal schreiben sie auch Bücher. Andreas Salcher weiß: „Die Bibliothek, die Antiquitäten, die Sammlung von Reiseandenken, die Fotoalben oder Privatarchive gewinnen für uns an Bedeutung, weil sie unsere Erlebnisse und Erfahrungen für die Nachwelt erhalten.“ Durch das ehrenamtliche Engagement in Institutionen und Vereinen wird man Teil von Ideen, die über das eigene Leben hinausreichen. Unbewusst geht man davon aus, dass all diese Projekte im Grunde nie abgeschlossen sind. Keine Sammlung ist jemals vollständig, kein Verein erlischt mit dem Tod eines Gründungsmitglieds, kein Garten verdorrt mit dem Hinscheiden des Gärtners. Spenden und Stiftungen halten den Namen eines Menschen lebendig. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.
Ohne Feinde stellt sich eher Erfolg ein
Andreas Salcher stellt fest: „Um nicht ausgebeutet und ganz unten zu landen, müssen Geber allerdings neben Talent bestimmte Eigenschaften besitzen.“ Der amerikanische Psychologe Adam Grant fand heraus, dass die erfolgreichen Geber ebenso ehrgeizig wie die Nehmer waren, jedoch ihre Ziele auf andere Art erreichten. Dazu kam, dass sie, sobald sie einmal auf der Erfolgsspur waren, viel Unterstützung von Menschen erhielten, denen sie geholfen hatten, statt von Neidern bekämpft zu werden, wie das Nehmern oft passierte. Risikoanleger Randy Komisar bringt das auf den Punkt: „Es ist leichter zu gewinnen, wenn jeder will, dass du gewinnst. Wenn du dir keine Feinde schaffst, hast du eher Erfolg.“ Es dauert meist eine Weile, bis Geber Wohlwollen und Vertrauen errungen haben. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.