Stress ist vor allem ein Phänomen der modernen Gesellschaften

Auf die Belastungen des Alltags reagieren Menschen sehr unterschiedlich. Wer ständigem Druck ausgesetzt ist, kann leicht krank werden. Doch jeder hat es selbst in der Hand, wie stark er sich von seiner Umwelt stressen lässt. Professor Florian Holsboer erklärt: „Noch vor 80 bis 100 Jahren hatten die Menschen echten Stress durch harte Arbeit, Armut, Krankheiten … Weiterlesen …

Verliebtheit ist ein echter Ausnahmezustand für einen Menschen

Wenn ein Mensch verliebt ist, stellen sich bei ihm euphorische Gefühle ein, ein meint Schmetterlinge im Bauch zu spüren, die Nahrungsaufnahme mutiert zu einer Nebensache. Alles was zählt, ist nur noch die Eine oder der Eine, um die alle Gedanken ständig kreisen. Was für ein vermeintlich herrliches Gefühl. Nüchtern betrachtet ist Verliebtheit laut Georg Pfau eine Krankheit, die ganz gehörig die Substanz von Körper und Seele angreift.

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Im Konsumismus werden Depressionen zur Volkskrankheit

Wenn ein Mensch einen sicheren Ort verliert, brechen bei ihm heftige Emotionen aus. Es mischen sich dabei Trauer und Angst, woraus oftmals auch das Bedürfnis entsteht, innezuhalten und abzuwarten. In manchen Fällen verleugnen die Betroffenen sogar den Verlust und geben sich der trügerischen Hoffnung hin, dieser werde wie durch magische Kräfte wieder aufgehoben und alles würde wieder so sein wie zuvor. Die Trauerreaktion ist laut Wolfgang Schmidbauer biologisch sinnvoll. Die Menschen werden motiviert, sich anzustrengen, Heimaten zu erhalten, wichtige Menschen an sich zu binden, nicht leichtfertig aufzugeben, was ihnen Geborgenheit vermittelt. Wolfgang Schmidbauer schreibt: „Trauer benötigt Zeit und Raum, um die Veränderungen zu klären, welche durch den Verlust entstehen: Sie bringen ja nicht nur Mangel, sondern auch Gewinn.“ Wolfgang Schmidbauer arbeitet neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit auch als Lehranalytiker und Paartherapeut in München.

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Hoher Medienkonsum kann zu Stress und Depressionen führen

Manfred Spitzer vertritt die These, dass vor einem Bildschirm selten jemand richtig glücklich wirkt. Nach einem Spaziergang dagegen oder nachdem man ein gutes Buch gelesen hat, fühlt man sich wohl, voller Tatendrang und geht gutgelaunt seiner Arbeit nach. Auch nach dem Besuch eines guten Freundes stellen sich diese positiven Begleitumstände ein. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen „Lernen“ und „Vorsicht Bildschirm!“.

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Gesunder Optimismus kann vor Depressionen schützen

Wenn Niederlagen, die das Leben nun einmal mit sich bringt, pessimistisch gedeutet werden, verstärken sie sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Kindern das Gefühl der Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit, das einer Depression zugrunde liegt. Seit langem wissen die Forscher, dass Menschen, die bereits depressiv sind, so denken. Diese Erkenntnis führt zu dem Schluss, dass es ein Fenster der Gelegenheit gibt, sie gegen die Depression zu impfen, bevor diese zuschlägt und das Leben der Betroffenen verdunkelt.

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Die Theorie der Depression von Erwin W. Straus

Die Phänomenologie und die Existenzphilosophie haben die Tendenz, in der subjektiven Erfahrung der Zeit des Daseins die innerste Lebenserwartung eines Menschen zu sehen. Der tätige Mensch, der sicher im Leben steht, bemerkt den Zeitstrom in seinem Inneren kaum. Er ist ganz auf seine Ziele und Beziehungen ausgerichtet. Die Zeit wird für den Menschen erst zum Problem, wenn er Langeweile verspürt, auf etwas wartet, sich ängstigt oder keine Beschäftigung hat. Dann kann der Zeitfluss ins Stocken geraten. Dann verändern sich die Innen- und die Außenwelt des Menschen. Er muss sich dann mit seinem eigenen Selbst auseinandersetzen.

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Gefühlsblinde Menschen unterdrücken alle Emotionen

Gefühlsblinde Menschen können mit ihren emotionalen Erleben nicht völlig gefühllos sind: „Wir wissen aus Studien, dass der Körper reagiert. Auch das Gehirn reagiert, es ist nur anders als bei anderen Menschen.“
Olga Pollatos von der Universität Potsdam geht davon aus, dass die Betroffenen grundsätzlich nicht weniger Gefühle als andere Menschen besäßen: „Es bedeutet eher, dass sie über ihre Gefühle weniger differenziert berichten und sie voneinander unterscheiden können.“ Manche der gefühlsblinden Menschen empfinden ihr Defizit nicht als nachteilig. Sie glauben, dass sie nicht so schnell überreagieren, ihre Gefühle besser im Griff haben und weniger emotional auftreten.

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Die Neurosenlehre Viktor Frankls

Viktor Frankls Neurosenlehre baut darauf auf, dass es zu seelischen Verstimmungen und Fehlentwicklungen kommt, wenn sich der Geist des Menschen auf der Suche nach einem Sinn verirrt. In der Folge kann es zu psychosomatischen oder somatischen Krankheiten kommen. Laut Viktor Frankl entsteht eine Neurose, wenn seelische Bereiche des Menschen verkümmert bleiben. Bei der Untersuchung der Angstneurose findet Viktor Frankl heraus, dass die Patienten nicht nur Angst, sondern auch Angst vor der Angst selbst haben.

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Liebe ist der einzige Weg in das Licht des Glücks

Für Peter Lauster ist Liebe lebensnotwendig, denn fehlende Liebe macht krank und führt zum Tod. Ein kleines Kind, das ohne Liebe aufwächst, erkrankt am Hospitalismus, das heißt, es bekommt schwerste psychosomatische Schäden. Im schlimmsten Fall tritt der Tod ein. Ein erwachsener Mensch kann dagegen auf die Liebe seiner Mitmenschen verzichten, sofern er als Kleinkind keine psychosomatischen Schäden davongetragen hat. Der Erwachsene kann liebende Zuneigung entbehren, wenn er ein unabhängiger Mensch geworden ist, der sich selbst und seine Umwelt liebt. Für eine seelisch gesunde Person ist es nicht so wichtig, Gegenliebe zu erhalten. Viel entscheidender ist für sie, dass sie selbst lieben kann.

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