Im Traum arbeitet der Geist an wichtigen Zielen

Sogenannte Traumbotschaften haben noch immer etwas Geheimnisvolles an sich. Die moderne psychologische Forschung auf diesem Gebiet hat viel dem Motivationsexperten Eric Klinger zu verdanken. Bei wichtigen Zielen nehmen Menschen gerne mentale Auszeiten. Dies geschieht nicht nur im Zustand des Wachseins, sondern auch im Schlaf. Auch in der Nacht ist das Unbewusste offensichtlich hellwach. John Bargh erläutert: „Während wir träumen, arbeitet unser Geist also an unseren wichtigen Zielen und Anliegen. Dabei reagiert er sensibler als sonst auf eingehende Informationen, die für diese Ziele relevant sind.“ Eric Klinger und seine Kollegen gelangten zu folgendem Schluss. Die Priorität, die der Geist den wichtigen Zielen einräumt, besteht auch im Traum weiter, während man schläft. Prof. Dr. John Bargh ist Professor für Psychologie an der Yale University, wo er das Automaticity in Cognition, Motivation, and Evaluation (ACME) Laboratory leitet.

Dem Geist geht es nicht um Entspannung und Glück

Der Einfluss der Zukunft auf das Unbewusste kann manchmal auch unangenehm sein. Manche Ziele kann man nicht einfach so aufgeben, selbst wenn man es wollte oder sogar sollte. Vielleicht zögert der Betroffene die Sache dann hinaus und vertagt unangenehme, aber notwendige Aktivitäten. Auf unbewusster Ebene arbeiten die nicht realisierten Ziele aber in einem weiter. Dies geschieht sogar bei aktiver Vermeidung, sich bewusst mit ihnen zu beschäftigen.

Wie Norman Mailer es ausdrückte: „Die Faustformel lautet: Innere Unruhe lässt sich an der Anzahl der nicht gehaltenen Versprechen ausdrücken.“ Man darf nicht vergessen, dass es dem auf die Zukunft orientierten Geist nicht darum geht, dass man entspannt und glücklich ist. Er will vor allem, dass man seine wichtigen Ziele erreicht und die anstehenden Aufgaben bewältigt. Wenn er einem Menschen zu diesem Zweck mit Sorgen und Ängsten zusetzen muss, dann tut er das.

Das Unterbewusstsein sucht nach Lösungen für Probleme

Die Hartnäckigkeit führt oftmals im wahrsten Sinne des Wortes zu nächtlichen Ruhestörungen. Mit anderen Worten: Man schläft schlecht. In Schlafstudien ist häufig die Rede davon, dass Leute, die nachts aufwachen, spontan von Sorgen und Ängsten heimgesucht werden. Deshalb können sich nicht wieder einschlafen. Dieselben Hirnareale, di auf bewusster Ebene an Problemen gearbeitet haben, versuchen im Schlaf weiterhin, sie auf unbewusster Ebene zu lösen.

Das Unbewusste ist jedoch nicht sehr gut darin, spezifische Pläne für die Zukunft zu schmieden. Seine Stärke liegt darin, Lösungen für Probleme zu finden und ein generelles Ziel zu verfolgen. Aber sie liegt nicht darin, konkrete Pläne für spezielle Abfolgen von Handlungen zu formulieren. Darum reicht es das Problem ans Bewusstsein weiter und sagt: „Hier, kümmere du dich darum.“ Wenn es sich um gewichtige Sorgen handelt, kommen sie einem Menschen spontan in den Sinn, sobald er erwacht. Quelle: „Vor dem Denken“ von John Bargh

Von Hans Klumbies

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