Peter Lauster erklärt die Frustration der Begierde

Der Psychologe und Bestsellerautor Peter Lauster betrachtet die Liebe unter den verschiedensten Aspekten und geht der Frage nach: „Was ist die Liebe?“ Er ist fest davon überzeugt, dass die Aufklärung des Phänomens Liebe von großer Bedeutung für das gesamte Leben ist, für die psychische Gesundheit und das Lebensglück. Die Liebe ist für ihn keine komplizierte Angelegenheit, und dennoch ist sie in der Seele der Menschen so selten anzutreffen, weil aus einer einfachen Sache etwas hoch Kompliziertes gemacht wird, weil das Denken und die Ideologie dazwischentreten. Erst dadurch wird die Liebe kompliziert und bringt Kummer und Leid in das Leben der Menschen, obwohl die Liebe eigentlich das größte Glück ist und die Psyche gesund und dynamisch erhält.

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Rollo May stellt seine Menschenkunde vor und übt Kulturkritik

Rollo May führt folgende vier Befunde für eine umfassende Wissenschaft vom Menschen an. Der Mensch ist erstens die Sprache über andere Lebewesen herausgehoben und lebt in einer Welt selbst geschaffener Symbole und Zusammenhängen von Bedeutungen. Zweitens hat der Mensch die Fähigkeit zur Zeitbindung. Das heißt, er kann die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft stets zu einer übergreifenden Einheit zusammenfassen. Sein zeitlicher Horizont kann sich über die Ewigkeit erstrecken.

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Die Wut ist die unnachgiebigste Emotion

Schon der weise Aristoteles hat die Menschen ermahnt, sich nur angemessen zu ärgern, da die Wut meistens außer Kontrolle gerät. Die Wut wird wie die kaltblütige Rache oder die Empörung über Ungerechtigkeit höchstwahrscheinlich ihren Ursprung im anderen Ende der emotionalen Schaltung, dem Neokortex haben. Daniel Goleman schreibt: „Von allen Stimmungen, denen Menschen zu entrinnen trachten, scheint die Wut am unnachgiebigsten zu sein.“

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Menschen verarbeiten Krankheiten auf unterschiedlichste Weise

Als erste Verarbeitungsform von Krankheiten nennt Erwin Ringel, ein österreichischer Arzt und Vertreter der Individualpsychologie,  die Regression. Er weist darauf hin, dass fast bei jedem Menschen die erste Reaktion auf eine Krankheit darin besteht, dass der Kranke in gewissem Sinne wieder zum kleinen Kind wird und sich verwöhnen lassen will. Viele Krankheiten sind nichts anderes als der Versuch, einer unerträglichen Konfliktsituation auszuweichen. Nach Erwin Ringel zerbrechen auch viele Menschen an ihrer Krankheit.  Viele alten Menschen sterben laut Erwin Ringel, zum Beispiel wenn sie von ihren Angehörigen in ein Altenheim abgeschoben werden, ohne dass man sagen könnte, woran sie gestorben sind. Vielleicht an gebrochenem Herzen. Sie verlieren jede Hoffnung, sie haben keine Zukunft.

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Der Neurotiker schwankt zwischen Macht und Liebe

Der neurotische Mensch besteht für Karen Horney aus einer Fülle von Charakterdeformationen, aus dem sich die ganze Vielfalt der neurotischen Symptome entwickeln. Es gibt allerdings auch symptomarme und symptomlose Neurosen, die ebenso gravierend für den Betroffenen sein können, wie jene Krankheiten, die sich durch auffällige Zwangshandlungen, hysterische Anfälle oder Angstzustände auszeichnen. Die Übergänge vom normalen Menschen zum Neurotiker können laut Karen Horney fließend sein. Ähnliche Einstellungen finden sich sowohl beim gesunden als auch beim kranken Menschen. Beim Neurotiker tritt allerdings eine eigenartige Starrheit auf, die ihn ernstlich bei seiner menschlichen Entwicklung behindert.

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Gesunder Optimismus kann vor Depressionen schützen

Wenn Niederlagen, die das Leben nun einmal mit sich bringt, pessimistisch gedeutet werden, verstärken sie sowohl bei Erwachsenen wie auch bei Kindern das Gefühl der Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit, das einer Depression zugrunde liegt. Seit langem wissen die Forscher, dass Menschen, die bereits depressiv sind, so denken. Diese Erkenntnis führt zu dem Schluss, dass es ein Fenster der Gelegenheit gibt, sie gegen die Depression zu impfen, bevor diese zuschlägt und das Leben der Betroffenen verdunkelt.

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Sigmund Freud hegt ein Unbehagen an der Kultur

Das Alterswerk von Sigmund Freud kann fast durchgehend als eine Art Kulturkritik aufgefasst werden. Deutlich zeigt sie sich beispielsweise in seinem Buch „Massenpsychologie und Ich-Analyse“ aus dem Jahre 1921. Sigmund Freud will darin begreiflich machen, wie der Mensch sein Wesen innerhalb einer Massenversammlung verwandelt. Zur Veranschaulichung wählt er die beiden organisierten Massen der Kirche und des Heeres. In beiden Fällen geht er von einer libidinösen Bindung der Massenmitglieder an ihren Führer aus. Die Ich-Ideale werden dabei durch den Führer als kollektives Ich-Ideal ersetzt.

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Victor-Emil von Gebsattel stellt eine Theorie der Perversionen auf

Der Ansatzpunkt in der Sexualpsychologie von Victor-Emil von Gebsattel ist die Hypothese, dass es eine Norm des Liebeslebens gibt: zwei verschiedengeschlechtliche Menschen sollen dabei in Leib und Seele eins werden. Der Mensch als Individuum ist laut Victor-Emil von Gebsattel prinzipiell unganz. Das heißt, er braucht physisch und psychisch eine Ergänzung durch ein Du und kann sich und seinen Sinn des Lebens nur verwirklichen, wenn er möglichst kontinuierlich und komplett mit einem Geschlechts- und Liebespartner eins wird. Zu dieser vorgegebenen Norm muss jeder Mensch Stellung beziehen. Alfred Adler betrachtete beispielsweise die Liebe und die Sexualität als zweite Lebensaufgabe, eingebettet in die beiden anderen Lebensaufgaben der Arbeit und der Einfügung in die Gemeinschaft.

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Karen Horneys Kritik am Ödipusdrama Sigmund Freuds

Karen Horney glaubt zwar, dass sexuelle Empfindungen zwischen Kind und Eltern vorkommen, aber nicht in dem Maße, wie Sigmund Freud sie beschreibt. Sofern das doch der Fall ist, handelt es sich um seelische Fehlentwicklungen. In der Regel provozieren die Eltern selbst die sexuelle Note im Gefühlsleben des Kindes durch übertriebene Zärtlichkeit und eigene verdrängte Wünsche nach Sexualität. Oft kommt es auch zur Rivalität zwischen den Eltern bezüglich der Liebe des Kindes. Das Kind spürt den elterlichen Konflikt und fühlt sich in der Regel zum stärker verwöhnenden Elternteil hingezogen. Die klassische Psychoanalyse macht ausgeprägte ödipale Verstrickungen für spätere Neurosen verantwortlich.

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