Die Wut ist die unnachgiebigste Emotion

Schon der weise Aristoteles hat die Menschen ermahnt, sich nur angemessen zu ärgern, da die Wut meistens außer Kontrolle gerät. Die Wut wird wie die kaltblütige Rache oder die Empörung über Ungerechtigkeit höchstwahrscheinlich ihren Ursprung im anderen Ende der emotionalen Schaltung, dem Neokortex haben. Daniel Goleman schreibt: „Von allen Stimmungen, denen Menschen zu entrinnen trachten, scheint die Wut am unnachgiebigsten zu sein.“

Die meisten Menschen können ihre Wut nur schwer beherrschen

Die Wut ist scheinbar jene Stimmung, die Menschen am wenigsten beherrschen können und der Grund dafür, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Wut wirkt, anders als die Traurigkeit, anspornend, ja sogar belebend. In den Köpfen der Menschen haben sich viele Vorurteile über die Wut festgesetzt, die irrig sind, oder sogar regelrechte Mythen, wenn man die neuesten Forschungsergebnisse zu Rate zieht.

.Dolf Zillmann von der Universität von Alabama hat festgestellt, dass der Zorn dem Kampfaspekt der Kampf oder Fluchtreaktion entspringt. Er ist davon überzeugt, dass ein universeller Auslöser für den Zorn das Gefühl ist, gefährdet zu sein. Für Daniel Goleman ist das keine Überraschung. Er ergänzt: „Ein Gefährdungssignal kann nicht bloß von einer direkten körperlichen Bedrohung ausgehen, sondern auch – und das ist häufiger der Fall – von einer symbolischen Bedrohung der Selbstachtung oder der Würde: wenn man ungerecht oder schroff behandelt wird, wenn die Verfolgung eines wichtigen Ziels vereitelt wird.“

Stress senkt die Schwelle für mögliche Wutauslöser

Diese generalisierte adrenale und kortikale Erregung beim Zustand der Wut kann Stunden oder sogar Tage anhalten und erhält das emotionale Gehirn in einem speziellen Erregbarkeitszustand. Auf diesen Grundlagen können sich Folgereaktionen ganz schnell aufbauen. Daniel Goleman erläutert: „Die durch die adrenokortikale Erregung herbeigeführte Gereiztheit erklärt, warum Menschen sehr viel stärker zu wütenden Reaktionen neigen, wenn sie bereits durch etwas anderes provoziert oder leicht verärgert wurden. Stress jeder Art ruft eine adrenokortikale Erregung hervor und senkt die Schwelle für mögliche Wutauslöser.“

Von Hans Klumbies

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