Gefühlsblinde Menschen unterdrücken alle Emotionen

Gefühlsblinde Menschen können mit ihren emotionalen Erleben nicht völlig gefühllos sind: „Wir wissen aus Studien, dass der Körper reagiert. Auch das Gehirn reagiert, es ist nur anders als bei anderen Menschen.“
Olga Pollatos von der Universität Potsdam geht davon aus, dass die Betroffenen grundsätzlich nicht weniger Gefühle als andere Menschen besäßen: „Es bedeutet eher, dass sie über ihre Gefühle weniger differenziert berichten und sie voneinander unterscheiden können.“ Manche der gefühlsblinden Menschen empfinden ihr Defizit nicht als nachteilig. Sie glauben, dass sie nicht so schnell überreagieren, ihre Gefühle besser im Griff haben und weniger emotional auftreten.

Gefühlsblindheit kann mit psychischen Problemen einhergehen

Die meisten Gefühlsblinden haben allerdings erhebliche Probleme beim Umgang mit ihren Mitmenschen. Sie wirken oft steif, ihre Gestik und Mimik sind häufig nur einspurig ausgeprägt. Im Extremfall kann es bei den Betroffenen sogar zur Gefährdung ihrer Gesundheit kommen. Herzrasen ist für sie beispielsweise ein Symptom einer Erkrankung des Herzens und kein Signal der Angst, Grummeln im Bauch registrieren sie als Bauchschmerzen und nicht als Ursache von Nervosität.Gefühlsblinde Menschen haben große Probleme, die Ursachen körperlicher Empfindungen zu verstehen. Zu der Gefühlsblindheit kommen bei den Betroffenen oftmals psychische Probleme dazu.

Unter Psychologen besteht kein Zweifel darüber, dass das Sprechen über Gefühle ein wichtiges Ventil ist, um auf Dauer gesund zu bleiben. Diese Möglichkeit ist den Alexithymen verwehrt. Inzwischen gibt es zahlreiche Studien, die bewiesen haben, dass Essstörungen, der Missbrauch von Drogen, Depressionen und Angststörungen auf die Gefühlsblindheit zurückzuführen sind.

Von Hans Klumbies

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