Eine gesunde Seele braucht die offene Kommunikation

Die Grundlage einer Interaktion ist das Verstehen zwischen Ich und Du, das allerdings immer lückenhaft ist. Jeder Mensch kann laut Ronald David Laing nur vermuten, was der andere denkt und meint. Hier tut sich seiner Meinung nach ein Tor zu allen möglichen seelischen Vergewaltigungen auf, wenn eine Person A soviel Macht besitzt, um einer Person B zuschreiben, was diese bewusst oder unbewusst befindet. Ronald David Laing definiert das Unbewusste als jenen Seelenanteil, den der Mensch weder sich selbst noch anderen mitteilt. Es ist kein Sack mit perversen Trieben, sondern ein Teil der Persönlichkeit, der nicht kommunizierbar ist.

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Das sexuelle Verlangen stellt sich nicht automatisch ein

Wer Sex für eine natürliche Funktion hält, dem macht die Rolle des Partners mit dem schwächeren sexuellen Verlagen gemäß David Schnarch sicher keine Freude. Er sieht in sich denjenigen, der ein Problem hat, fühlt sich defekt und unzugänglich. Und der Partner mit der größeren sexuellen Energie ist wahrscheinlich der gleichen Ansicht. Für David Schnarch ist es allerdings auch kein Vergnügen, der Partner mit dem stärkeren Verlangen nach Sex zu sein. Er fühlt sich attraktiv, liebevoll und sexy und kann nicht verstehen, warum der Andere nicht völlig selbstverständlich Sex mit ihm haben möchte.

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Theodor Reik stellt eine Theorie des Liebeslebens auf

Mit seinem Buch „Geschlecht und Liebe“ trennte sich der Analytiker Theodor Reik von der Psychoanalyse Sigmund Freuds, obwohl er den Begründer dieser Wissenschaft immer noch bewunderte und verehrte. In diesem Werk formuliert er eine Theorie des Liebeslebens, die stark von der psychoanalytischen Libidotheorie abweicht. Die Liebe ist bei Theodor Reik kein Derivat der Sexualität mehr und kann auch nicht aus der postulierten Entfaltung von angeblichen Libidophasen abgeleitet werden. Liebe und Sexualität sind seiner Meinung nach von verschiedener Art und Abstammung. Er erkennt aber an, dass es neben den Sexualtrieben autochthone Ichtriebe gibt, die nicht aus der Triebhaftigkeit entspringen und ihre eigenen Ziele verfolgen.

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Das Verhältnis zwischen dem Selbst und den Anderen

Für Ronald D. Laing ist die Interaktion zwischen zwei Menschen, also einem Ich und einem Du, immer lückenhaft. Jeder Mensch kann nur vermuten, was sein Gegenüber meint. In der Regel sind die Folgen dabei überschaubar. Schlimm wird es nur, wenn eine Person soviel Autorität und Macht hat, der anderen Person zuzuschreiben, was diese bewusst oder unbewusst empfinden soll. Von hier aus ist der Weg zu einer seelischen Vergewaltigung nicht weit. 

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Ein gesunder Mensch kommuniziert mit seiner Umwelt

Ein Mensch mit einer intakten Seele fühlt sich in der Welt, in sich selbst und seinem Leib sicher. So erklärt sich laut Ronald David Laing der Hass auf den Körper in fast allen Religionen und die Askese und Selbstquälerei bei Heiligen und frommen Menschen. Die Sexualität stellt für Ronald David Laing eine der eindrücklichsten Inkarnationsformen des Selbst dar. Das unverkörperte Selbst ist laut Ronald David Laing besonders für die Pathologie anfällig.

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Ludwig Binswanger entwickelt die Daseinsanalytik

Sigmund Freud hatte ein tiefes Vertrauen in die materialistischen Dogmen und Denkweisen seiner Zeit, die dem Forschungsgegenstand des Seelenlebens keineswegs adäquat sind, wie Ludwig Binswanger scharfsichtig feststellte. Sigmund Freud schuf eine naturwissenschaftliche Psychologie, die die Idee eines seelischen Apparates vertritt, eine seelisch-sexuelle Energie, die Libido postuliert und in der Sexualität das Psychische allumfassend zu begreifen glaubt. Er zerlegte die menschliche Seele in das Ich, Über-Ich und das Es, die relativ unabhängig voneinander agieren. Alle Veränderungen im Seelenapparat sind angeblich dem Prinzip der Kausalität unterworfen. Ludwig Binswanger war mit solchen Oberflächlichkeiten nicht einverstanden.

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Die Sexualität kann die Krönung der Liebe sein

Die Ehe und die Liebe scheinen ganz eng zusammenzugehören. Um ein Phänomen wie die Liebe wirklich zu erfassen, bedarf es laut Viktor Frankl mehr als einer psychoanalytischen Deutung – die Liebe muss einer phänomenologischen Analyse unterzogen werden. In ihrem Rahmen erweist sich die Liebe als ein anthropologisches Phänomen ersten Ranges. Die Liebe ist für Viktor Frankl einer der Aspekte dessen, was er als die Selbsttranszendenz der menschlichen Existenz bezeichnet.

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Sigmund Freud: "Das Unbehagen in der Kultur"

Sigmund Freud setzte vor 80 Jahren mit seiner Schrift „Das Unbehangen in der Kultur“ seine jahrelangen Forschungen fort, das wechselseitige Zusammenspiel zwischen individueller und kultureller Neurose zu beweisen. Damit geriet zum ersten Mal die Pathogenese der kulturellen Gemeinschaften in den Blickpunkt der Forschung. Die Psychoanalyse entwickelte sich zu einer Disziplin der Kulturwissenschaft. Mit seinen Ausführungen veränderte Sigmund Freud die Wahrnehmung der Kultur auf eine radikale Art und Weise. Einer seiner Vorläufer war der englische Philosoph John Locke, der schon im 17. Jahrhundert den Begriff „uneasiness“ geprägt hatte und dieses Unbehagen für den Antrieb des menschlichen Handelns hielt.

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Die Wollust ist ein überwältigendes Gefühl

Wenn das sexuelle Verlangen und die Wollust über einen Menschen hereinstürzen, siegen sie über die Vernunft und stürzen die Betroffenen ins Reich der Sinne. Zu den Emotionen, die in der Wollust enthalten sind, zählt Simon Blackburn unter anderen den Ekel und die Scham. Im Idealfall kann die Wollust einem Menschen die höchste Ekstase bescheren, die er erreichen kann. Der Verlust des Denkens geht einher mit der Entschädigung durch größte Lust. Die Begierde ist die Schattenseite der Liebe, die meist im Verborgenen zuhause ist.

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Rollo May untersucht die Sexualität und die Liebe

In seinem bedeutenden Werk „Love and Will“ (1969), das 1970 unter dem Titel „Der verdrängte Eros“ in Deutschland erschien, nimmt Rollo May im ersten Teil des Buchs das Verhältnis des modernen Menschen zur Sexualität und zur Liebe ganz genau unter die Lupe. Rollo May hob hervor, dass die Menschen am Rande oder schon inmitten eines sexuellen Chaos leben. Obwohl der Sexualtrieb befreit wurde, sind die Menschen durch ihre Freiheit nicht glücklicher geworden. Denn parallel zur Befreiung gab es eine Entwertung der Sexualität, die vielfach nur noch als Triebgeschehen und sexuelle Abreaktion angesehen wird.

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