Nicht jeder kann bei einer Seelenkrise helfen

Joachim Bauer weiß: „Was einem Menschen, der sich in einer seelischen Krise befindet, hilft, ist ruhige Präsenz und ein unaufgeregtes Gespräch darüber, was vorgefallen ist, wie sich die Lage darstellt und was dem Anderen Sorgen macht.“ Nicht jeder ist jedoch gleichermaßen geeignet, einem psychisch belastenten Mitmenschen Hilfe zu leisten. Hilfreich können nur Menschen sein, die selbst nicht in Not sind und sich darüber hinaus beim Hilfesuchenden ein hinreichendes Maß an Vertrauen erworben haben. Oft sind in Angelegenheiten der Seele ungeeignete Helfer am Werk. Sich mit den Problemen anderer zu befassen, lässt manche dem Mechanismus der Projektion folgend, die eigenen Nöte vergessen. Aber auch dann, wenn Menschen tatsächlich befähigt sind, gute Hilfe anzubieten, können sie, wenn sich noch kein hinreichendes Vertrauen entwickelt hat, nicht unvermittelt zu guten Helfern werden. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt.

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Jeder Mensch besitzt Selbst-Netzwerke

Der Besitz eines Selbst-Systems macht den Menschen zu einer einzigartigen Spezies. Des ist eines mit zwei Perspektiven, ein Ich-Du-System und Sitz sowohl dessen, was man als eigenes Selbst erleben und erkennen kann, als auch Repräsentanz des signifikanten Anderen. Joachim Bauer erläutert: „Seine Eigenschaften sind einerseits psychischer Natur, wir können das Selbst subjektiv erleben und beobachten. Andererseits ist es neurobiologisch verankert und lässt sich aus der Sicht eines wissenschaftlichen Betrachters beschreiben.“ Die Selbst-Netzwerke überlappen sich auch mit den Netzwerken, die das Wir-Umfeld einer Person kodieren, und sind mit diesen Netzwerken teilweise identisch. Die Selbst-Netzwerke bilden sich in den ersten etwas achtzehn bis vierundzwanzig Lebensmonaten aus. Sie sind das Ergebnis der Resonanzen, mit denen der Säugling in dieser Zeit von seinen Bezugspersonen adressiert wurde. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt.

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Selbstfürsorge steht an erster Stelle

Auch wenn es einem selbst gut geht, kann man dennoch für sich sorgen. Thomas W. Albrecht erklärt: „Nur wenn du für dich sorgen kannst, kannst du für andere Menschen da sein. Deine Selbstfürsorge steht deshalb an oberster Stelle. Darum achte auf dich, übe dich in Achtsamkeit dir gegenüber.“ Genauso sollte man achtsam mit seinen Mitmenschen umgehen. Die Selbstfürsorge darf nicht auf Kosten anderer gehen. Alles was man tut, soll sowohl zur Verbesserung des eigenen Lebens als auch zur Verbesserung des Lebens aller Menschen im persönlichen Umfeld beitragen. Die Gedanken bestimmen die Gefühle. Die Gefühle wiederum bestimmen das Handeln und das Verhalten. Die Rückmeldung und das Feedback, das man über sein Verhalten bekommt, beeinflussen erneut die Gedanken. Thomas W. Albrecht ist Experte für Kommunikation und Rhetorik.

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Selbstfürsorge schützt vor Burn-out

Burn-out trifft nicht nur gestresste Arbeitnehmer aus der Wirtschaft oder dem Bankwesen, sondern auch Menschen, die sich für andere aufopfern. Dazu zählen Mütter, Krankenpfleger, Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Ärzte und Seelsorger, und zwar insbesondere dann, wenn sie für ihren Einsatz nur wenig Wertschätzung und Anerkennung bekommen. Klaus Biedermann ergänzt: „Betroffen sind nicht nur Menschen, die sich hauptsächlich über ihre Arbeit definieren und andere Lebensbereiche eher als nebensächlich betrachten. Sondern es werden auch in einem rein privaten Kontext Symptome eines Burn-out beobachtet. Vor allem, wenn es dort zu Konflikten kommt. Denn auch diese Bereiche berühren das Thema Sinngebung.“ Eine Situation, von der man einmal glaubte, sie gebe einen Sinn, hat sich verändert. Man erhält sie nun aus unterschiedlichen Gründen aufrecht, aber schöpft keine Kraft mehr aus ihr. Dr. phil. Klaus Biedermann leitet seit mehr als 30 Jahren Selbsterfahrungskurse und Burn-In-Seminare in seiner Sommerakademie auf der Insel Korfu.

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