Der Psychiater Andreas Marneros, der bei Gericht Hunderte Gewaltverbrecher, darunter Sexualmörder und Vergewaltiger begutachtet hat, sagt: „Aber keiner kann sich sicher sein, nicht zum Mörder aus Liebe zu werden.“ Am Liebesmord, über den er schon ein Buch geschrieben hat, fasziniert den Psychiater das Archaische, das darin zum Ausdruck kommt. Wenn Menschen ihre Partner töten, spielen sich seiner Meinung nach Tragödien griechischen Formats ab, beginnend bei der Faszination und Schönheit der ersten Begegnung, endend beim apokalyptischen Ende des Tötungsakts.
Partnerschaft
David Brooks erklärt das Balzverhalten von Männern und Frauen
Der wesentliche Zweck der Kultur besteht laut David Brooks darin, die natürlichen Begierden der Menschen zu zügeln. Besonders deutlich wird dies durch die innere Anspannung, die in der ersten Phase entsteht, wenn eine Frau einen Mann oder ein Mann eine Frau begehrt und durch die innere Notwendigkeit, Zurückhaltung zu üben, während die Instinkte schon zum Angriff vorpreschen würden. Die Menschen sind in einem solchen Augenblick sehr aufgewühlt und haben große Angst davor, zu ungestüm zu erscheinen. David Brooks erklärt: „Menschen, die sich darauf verstehen, das begehrte Gegenüber erfolgreich zu umwerben, besitzen die Fähigkeit, Melodie und Rhythmus einer Beziehung zu erfassen.“ Durch einen gegenseitigen Prozess des Erfassens von Bewusstseinsinhalten und durch eine aktive Kontrolle ihrer Impulse wird sich ihre Beziehung möglicherweise synchros und zählt zu den populärsten Kolumnisten der USA.
Peter Lauster enthüllt die vier Mythen der Liebe
Für Peter Lauster ist es ein Trugschluss, anzunehmen, dass die zunehmende Befreiung der Sexualität von Tabus den Einzelmenschen oder die Gesellschaft freier machen. Nur die Liebe schafft die Voraussetzung dafür, dass die Sexualität an Schönheit, Klarheit und seelischer Freude gewinnt. Sexualität ohne Liebe ist schal und leer. Sie verbreitet Melancholie und Depressionen. Die sexuelle Triebenergie sucht ihre Entladung sowohl beim Mann wie bei der Frau im Orgasmus. Der Orgasmus ist laut Peter Lauster das Ziel der Sexualität, deren Aufgabe die Arterhaltung ist.
David Schnarch findet den Ehebruch in jeder Kultur vor
Während bei vielen Tieren ein Harem die Norm ist, gehen Menschen in der Regel eine feste Partnerschaft ein. Bei einer Untersuchung, die 250 Gesellschaften einschloss, fanden Forscher heraus, dass alle heute bekannten menschlichen Gesellschaften in der Praxis monogam sind. Trotz gesellschaftlicher Regeln, Moralvorschriften und der Fähigkeit des Menschen, die emotionalen und sozialen Folgen seines Handelns vorherzusehen, existiert gemäß David Schnarch keine Kultur, in der Ehebruch unbekannt ist. Er zitiert Alfred Kinsey, der schon in den 1940er Jahren feststellte, dass mehr als ein Drittel einer Stichprobe von 6.000 verheirateten Männern außereheliche Beziehungen hatten. Alfred Kinsey vermutete, dass sogar fast die Hälfte der Probanden Ehebruch begehen würden.
Die Jagd nach immer mehr Geld soll die Angst besiegen
Für den Psychoanalytiker Wolfgang Schmidbauer ist Geld das zentrale Mittel, um Ängste in den Griff zu bekommen. Die meisten Menschen stehen voller Furcht einer Welt gegenüber, die dem Einzelnen zwar unendliche Möglichkeiten eröffnet, aber auch total unübersichtlich geworden ist. Wolfgang Schmidbauer ist der bekannteste Paartherapeut Deutschlands. Er hat 30 Bestseller über Liebe, Ängste und das Helfersyndrom geschrieben.
Der evolutionäre Sinn des Gefühls der Eifersucht
Die Eifersucht ist keineswegs nur ein Phänomen der Erwachsenenwelt. Kinder können schon im Alter von einem halben Jahr eifersüchtig auf ihre Geschwister werden, die anscheinend mehr Zuneigung von den Eltern erfahren. Besonders stark ausgeprägt ist die Eifersucht bei Menschen, die sich selbst wesentlich unattraktiver empfinden als ihren Partner. Männer und Frauen entwickeln unterschiedliche Formen der Eifersucht. Männer sind beispielsweise besonders gereizt, wenn sie den Verdacht haben, dass ihre Frau Sex mit einem anderen Mann hat. Sie sind dann eher bereit als Frauen, eine Beziehung zu beenden.
Das Gefühl des Stolzes ist zweideutig
Der Stolz hat zwei Gesichter: Auf der einen Seite kann er Personen arrogant und überheblich machen, auf der anderen Seite kann er sympathische Chefs hervorbringen. Für den großen Schriftsteller Dante überwogen die negativen Aspekte des Stolzes. Er betrachtete den Stolz als etwas Schlimmeres als den Neid und den Zorn. Völlig anderer Ansicht war dagegen Aristoteles. Er bezeichnete den Stolz als die Krone der Tugenden.
Eltern sollen vor ihren Kindern nur konstruktiv streiten
Kinder müssen häufig zusehen, wenn die Eltern ihre Konflikte austragen, weshalb viele Eltern nach einer Auseinandersetzung ein schlechtes Gewissen mit sich herumtragen. Wissenschaftliche Studien belegen nämlich, dass ein ständiger Streit zwischen Vater und Mutter für die Nachkommenschaft noch negativere Folgen haben kann, als eine Scheidung der Eltern. Allerdings schadet nicht jeder Streit dem eigenen Nachwuchs. Sabine Franiek von der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg nennt den Grund: „Wenn es in der Familie eine konstruktive Streitkultur gibt, können Kinder davon profitieren und am Modell der Eltern lernen, wie man Konflikte löst.“