Narzissten sind oft arrogant und streitsüchtig

Laut der amerikanischen Sozialpsychologen Sara Konrath und ihrer Kollegen halten sich einige Individuen für großartige, besondere Menschen, die von anderen bewundert und geachtet werden sollten. Solche Menschen werden oft als Narzissten bezeichnet. Die narzisstische Persönlichkeit wird charakterisiert durch ein überhöhtes Selbstbild, Grandiosität, Ichbezogenheit, Eitelkeit und Selbstgefälligkeit. Menschen, die Narzissten sind, betrachten Narzissmus nicht als negative Eigenschaft. Sie glauben, dass sie anderen Leuten überlegen sind, und haben kein Problem damit, dies öffentlich zu äußern. Julia Shaw fügt hinzu: „Die Narzissten selbst mögen zwar glauben, dass sie großartig sind, doch andere stimmen dem nicht immer zu. Menschen mit hohen Narzissmuswerten werden oft als arrogant, streitsüchtig und opportunistisch empfunden.“ Julia Shaw forscht am University College London im Bereich der Rechtspsychologie, Erinnerung und Künstlicher Intelligenz.

Vulnerable Narzissten sind gefährlich

Aber nicht alle Narzissten scheinen so von ihrer eigenen Überlegenheit überzeugt zu sein. Narzissten lassen sich in zwei Gruppen unterteilen, in die grandiosen und die vulnerablen. Während die grandiosen Narzissten als angeberisch, selbstgefällig und selbstbewusst gelten, werden die vulnerablen Narzissten als nörglerisch, verbittert und abwehrend erlebt. Die Vulnerabilität und die besonders unsympathischen Eigenschaften der zweiten Gruppe scheinen daher zu stammen, dass sie nicht ganz an ihre eigene Überlegenheit glaubt.

Grandiose Narzissten können frustrierend sein, vulnerable hingegen gefährlich. Im Jahr 2014 schrieben Zlatan Krizan und Omesh Johar über narzisstische Wut – eine explosive Mischung aus Zorn und Feindseligkeit. Nur der vulnerable Narzissmus scheint mit dieser speziellen Form der Wut in Zusammenhang zu stehen. Die Autoren erklären, im Verlauf ihrer Forschung herausgefunden zu haben, dass „narzisstische Vulnerabilität eine mächtige Triebfeder für Wut und aggressives Verhalten ist“. Und dies „ wird durch Misstrauen, Ablehnung und wütenden Grübelei geschürt“.

Beim Machiavellismus heiligt der Zweck die Mittel

Das zeigt, dass diejenigen, die ihre Unsicherheit hinter einer Fassade der Überlegenheit verbergen, besonders Gefahr laufen, anderen etwas zuleide zu tun. Der Machiavellismus ist das am wenigsten bekannte Merkmal der dunklen Seite eines Menschen. Seinen Namen verdankt es dem Philosophen Niccolò Machiavelli, der ein Buch mit dem Titel „Der Fürst“ geschrieben hat. Darin vertrat er die Ansicht, dass einige Menschen, um ihre Ziele zu erreichen, bereit seien, alle notwendigen Mittel zu nutzen.

Niccolò Machiavelli schreibt: „Der Zweck heiligt die Mittel, und es ist in Ordnung, wenn diese Manipulationen, Schmeichelei und Lügen mit einschließen.“ In ihrem Aufsatz aus dem Jahr 2017 definierten Peter Muris u.a. Machiavellismus als „heuchlerischen interpersonellen Stil, als zynische Geringschätzung der Moral und als Konzentration von Eigennutz und persönlichen Vorteil“. Statt mit der mangelnden Empathie des Psychopathen oder dem Gefühl der Überlegenheit hat man es hier mit einer funktionaleren sozialen Strategie zu tun. Es geht um Macht und persönlichen Vorteil. Quelle: „Böse“ von Julia Shaw

Von Hans Klumbies

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