Die Psyche gliedert sich in drei Bereiche

Mit der Entfaltung eines Menschen ist es derzeit nicht so einfach, denn auch das Privatleben hat sich stark verändert. Erfahrungen verändern einen Menschen. Michaela Brohm-Badry erläutert: „Wir bestehen aus unserem Körper und unserer Psyche, die sich in drei Bereiche gliedert: Kognition, Motivation und Emotion – Denken, Wollen und Fühlen.“ Der Körper als Organismus ist der materielle Teil des Menschen, welcher der Seele – Emotion – beziehungsweise dem Geist – Kognition und Motivation – als immateriellem Teil Heimat gibt. Physiologisch ist er aus Blut und Wasser, Knochen, Muskeln, Eiweiß, Phosphor und all den anderen Bestandteilen zusammengesetzt. Den Menschen unterscheidet von den meisten anderen Säugetieren sein aufrechter Gang, sein überproportional großes Gehirn und seine dürftige Körperbehaarung. Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier.

Kognition bezeichnet alle mentalen Prozesse

Durch den aufrechten Gang wurden die Hände frei und die Menschen konnten greifen, aufbauen, schaffen, halten, Höhlen frei räumen, Wohnraum schaffen, Getreide anbauen – Natur zähmen und Kultur schaffen. Michaele Brohm-Badry weiß: „Rein biologisch betrachtet bestehen wir aus einem Zellhaufen, der in Kopf, Hals, Rumpf und Gliedmaßen sowie Organe gegliedert ist. Er sind wohl rund 100 Billionen Zellen pro Mensch – also 100 mal 1000 Milliarden, wobei allein 86 Milliarden Nervenzellen im Gehirn liegen.“

Kognition, Motivation und Emotion sind die drei psychischen Grundfunktionen. Kognition bezeichnet alle mentalen – also geistigen – Prozesse eines Lebewesens. Dazu gehören etwa Wahrnehmen, Denken, Lernen, Erinnern, sich etwas vorstellen, Fantasieren, Beobachten, Bewerten oder Planen. Alles also, was im Gehirn vor sich geht und mit unbewussten oder bewussten geistigen Vorgängen zu tun hat. Motivation bezieht sich auf das Wollen und schließt Handlungsvorsätze ein.

Die Stimmung ist ein diffuser Gefühlszustand

Man versteht die Motivation als die Kraft, die ein Verhalten auslöst, ändert oder aufrecht hält. Michaela Brohm-Badry fügt hinzu: „Das Verhalten bezieht sich meist auf die Motive, etwas zu leisten, sozialen Anschluss zu finden, zu festigen oder Macht auszuüben.“ Die Emotion beschreibt Gefühle und deren Entstehungszusammenhang. Man verstand unter Emotion lange das Gegenstück des Geistes und umfasst alltagssprachlich alles, was ein Mensch fühlt. Heute weiß man, dass Angst, Ärger oder Liebe erst durch kognitive Prozesse entstehen.

Die Seele kann dabei drei emotionale Zustände annehmen: als Stimmung, Emotion oder Affekt. Die Stimmung ist ein diffuser Gefühlszustand, der länger andauert und keinen besonderen Auslöser oder Fokus – ein Objekt – benötigt. Michaela Brohm-Badry ergänzt: „Sie ist die Alltagsemotion auf niedrigem Level. Man fühlt sich einfach so gut, schlecht, angenehm oder eben unangenehm gestimmt. Wir können die Stimmung als nicht besonders intensives emotionales Grundrauschen verstehen.“ Quelle: „Aufbrechen“ von Michaela Brohm-Badry

Von Hans Klumbies

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