Jeder Mensch hat eine Bestimmung

Wie das westliche Denken seit Aristoteles, so war auch Konfuzius der Auffassung, der Mensch habe von Natur aus eine Bestimmung in sich. Dieser müsse er folgen, um Glück und Erfüllung für sich und die Gesellschaft zu erlangen. Aristoteles nannte es das „telos“, die alten Chinesen das „Dao/Tao“. Albert Kitzler betont: „Die Bestimmung hat zum einen mit der allgemeinen Natur des Menschen zu tun. Und meint dann, dass wir ein „naturgemäßes“ Leben führen sollen.“ Zum anderen meint es die besonderen Anlagen, Talente und Bedürfnisse jedes Einzelnen. Diese soll er erkennen, ihnen in seinem Leben folgen und sie verwirklichen. Das ist seine oberste Pflicht. Folgt er dieser inneren Bestimmung, so findet – nach Konfuzius – auch die Welt ihren Frieden. Der Philosoph und Jurist Dr. Albert Kitzler ist Gründer und Leiter von „MASS UND MITTE“ – Schule für antike Lebensweisheit.

Liebe ist der Weg und das Leben eine Wanderschaft

Der Philosophenkaiser Marc Aurel sagt sinngemäß: „Bleibe dir selbst treu, und du wirst glücklich werden.“ Dabei gibt es niemanden, der das verhindern könnte. Es gibt innere Haltungen, Werte, für die ein Mensch steht, Überzeugungen, denen er folgt. Dazu zählt Albert Kitzler Authentizität, Wahrhaftigkeit, Aufrichtigkeit und Konsequenz. All das macht einen Menschen aus und verpflichtet ihn. Je besser er diese Pflicht sich selbst gegenüber erfüllt, umso glücklicher wird, nach Marc Aurel, sein Leben sein.

„Liebe ist der Weg, Pflicht die Herberge, Leben Wanderschaft.“ So spricht der chinesische Philosoph Zhuangzi (4. Jh. v. Chr.). Die höchsten Menschen nährten sich laut Zhuangzi vom Feld der Wunschlosigkeit und standen im Garten der Bedürfnislosigkeit. Denn Wunschlosigkeit ist leicht zu ernähren und Bedürfnislosigkeit braucht keinen Aufwand. Die Alten nannten das Wanderschaft, bei der man die Wahrheit pflückt. Die aber Reichtum für ihr Leben halten, sind nicht imstande, anderen ihr Einkommen zu gönnen.

Laotse zählt Liebe und Genügsamkeit zu seinen Schätzen

Zhuangzi schreibt auch: „Die Berühmtheit für ihr Leben halten, sind nicht imstande anderen ihren Namen zu gönnen. Die der Macht zugetan sind, sind nicht imstande, anderen Einfluss zu gewähren.“ Haben sie diese Güter in der Hand, so zittern sie, und wenn sie sie hergeben müssen, so kommen sie in Trauer. Wenn man ihre ewige Rastlosigkeit betrachtet, so sagt Zhuangzi, dass das die Leute sind, die der Himmel zur Sklaverei verdammt hat. Liebe und Pflicht, auch gegen sich selbst, sind wichtige Hilfsmittel auf dem Weg zur Weisheit.

Unter Plicht versteht Zhuangzi die „Herberge“, das Haus, in dem man sich ausruhen kann. Es ist die Summe der guten Gewohnheiten. Weisheit selbst aber bedeutet leben und genießen in Einsicht und Selbstgenügsamkeit. Laotse sagt: „Ich habe drei Schätze: Liebe, Genügsamkeit, Selbstbescheidung.“ Die Genügsamkeit war in der Antike in West und Ost eine der wichtigsten Ziele einer weisen Lebensführung. Sie hat viel mit innerer Freiheit, aber auch mit Bescheidenheit, Mäßigung, Dankbarkeit und Demut zu tun. Quelle: „Weisheit to go“ von Albert Kitzler

Von Hans Klumbies

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