Daniel Goleman weist Wege zur emotionalen Erziehung

Das Familienleben ist laut Daniel Goleman die erste Schule für das emotionale Lernen. In dem kleinen Kreis lernt der Mensch, wie er sich selbst empfinden soll und wie andere auf seine Empfindungen reagieren, was er von diesen Empfindungen denken soll, welche Reaktionen ihm offen stehen und wie er seine Hoffnungen und Befürchtungen ausdrücken soll. Daniel Goleman erklärt: „Diese Schulung der Gefühle erfolgt nicht bloß mittels der Dinge, die Eltern ihren Kindern direkt sagen sondern die sie mit ihnen machen, sondern auch über die Vorbilder, die sie abgeben bezüglich des Umgangs mit ihren eigenen Gefühlen und mit den Gefühlen, die zwischen Mann und Frau ausgetauscht werden. Manche Eltern sind begabte emotionale Lehrer, andere sind entsetzlich.“

Intelligente Eltern sind ein gewaltiger Vorteil

Wie die Eltern ihre Kinder behandeln, sei es mit strenger Disziplin oder empathischem Verständnis, es ist immer ein Vorteil, emotional intelligente Eltern zu haben. Er zitiert Carole Hooven und John Gottman, die herausgefunden haben, dass die Paare, die in der Ehe emotional kompetenter waren, zugleich diejenigen waren, die ihren Kindern im Auf und Ab ihrer Gefühle am wirksamsten helfen konnten. Ein großer Fehler ist die Verächtlichkeit der Eltern, die keinerlei Respekt für die Empfindungen des Kindes beweist. Diese äußern sich zumeist missbilligend und kritisieren und bestrafen ihre Kinder streng. Daniel Goleman erklärt: „Sie verbieten dem Kind beispielsweise jede Äußerung von Unmut und greifen beim geringsten Anzeichen von Gereiztheit zur Strafe.“

Positiv dagegen ist es, wenn Eltern die Erregung des Kindes als eine Gelegenheit begreifen, um gewissermaßen als emotionale Trainer oder Mentoren aufzutreten. Sie nehmen die Gefühlsäußerungen ihres Kindes ernst und bemühen sich genau zu verstehen, weshalb es erregt ist. Sie helfen ihrem Nachwuchs, positive Wege zur Besänftigung seiner Gefühle zu entwickeln. Dabei gehört es zu den Grundlektionen, den Kindern beizubringen, die eigenen Gefühle zu erkennen, mit ihnen umzugehen und sie zu zügeln, wie man sich in andere Menschen hineinversetzt und die Gefühle zu handhaben, die in ihren Beziehungen entstehen.

Von Hans Klumbies

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