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Narzissten machen ihren Reichtum sichtbar

Um andere beeindrucken zu können, muss Reichtum sichtbar gemacht werden. Mitja Back stellt fest: „Die Menge Kauris in unserer Tasche und unser Aktiendepot stehen uns nicht auf der Stirn geschrieben. Das reiche Ich muss also Dinge tun oder haben, die für andere offensichtlich teuer sind.“ Narzissten kann man tatsächlich daran erkennen, dass sie sich mit teureren Dingen umgeben und mehr Geld auf den Kopf hauen – und zwar für alle sichtbar. Alltägliches, Günstiges und Praktisches ist für solche Menschen langweilig – weil es keinen Status bringt. Jean-Paul Sartre schreibt: „Die Totalität meiner Besitztümer reflektiert die Totalität meines Seins. Ich bin das, was ich habe.“ Und was ich kann, fügt der Narzisst hinzu. Mitja Back ist seit 2012 Professor für Psychologische Diagnostik und Persönlichkeitspsychologie an der Universität Münster.

Mit einem begehrten Job können Narzissten wunderbar angeben

Mitja Back schreibt: „Denn wer eine besondere Expertise hat, über die nur wenige andere verfügen, kann damit ordentlich Eindruck schinden und auf der Statusleiter nach oben klettern.“ Können ist aber auch eine wichtige Voraussetzung für berufliches Vorankommen. Und der eigene Beruf kann eine wichtige Treppe auf dem Weg zu dauerhaftem sozialen Status sein. Vor allem solche Berufe haben ein hohes Ansehen, die komplizierte Tätigkeiten und damit eine größere Expertise erfordern. Mit Expertise und einem begehrten Job können Narzissten außerdem wunderbar angeben.

Natürlich werden nicht alle Narzissten beruflich erfolgreich. Mitja Back fügt hinzu: „Und natürlich gibt es viele beruflich erfolgreiche Menschen, die einen durchschnittlichen oder sehr niedrigen Ich-Score haben. Nicht alle Menschen, die durch Expertise und Ehrgeiz einen hohen beruflichen Status ergattert haben und reich geworden sind, haben das getan, um bewundert zu werden.“ Aber Reichtum und beruflicher Erfolg sind hervorragende Möglichkeiten, falls man bewundert werden will – und genau deshalb stehen sie bei Narzissten hoch im Kurs.

Körperliche Attraktivität sorgt für Faszination

Das i-Tüpfelchen für das reiche und beruflich erfolgreiche Ich ist körperliche Attraktivität und sexuelle Begehrtheit. Nicht nur Narcissus ist in sein Spiegelbild verliebt. Mitja Back erklärt: „Leicht bekleidete, attraktive Frauen, die sich um den goldbehängten Gangster scharen, gehören zum klassischen Repertoire von Hip-Hop-Ich-Clips.“ Die Faszination für körperliche Attraktivität kommt nicht von ungefähr. Attraktiv auszusehen hat in der Tat eine ganze Reihe von Vorteilen, die nicht nur Narzissten helfen.

Körperliche Attraktivität erhöht die Chancen auf begehrte Partner, Freunde und Jobs. Mitja Back erläutert: „In Hunderten von Studien und in verschiedensten Kulturen hat sich immer wieder gezeigt: Es besteht sehr große Einigkeit darin, wer als attraktiv wahrgenommen wird und wer eher nicht.“ Zu den wichtigsten attraktiven Merkmalen gehören: ein Gesicht, das nah am Durchschnitt der Gesichter einer Kultur ist, reine Haut, bei Männern Körpergröße und Oberkörperstarke und bei Frauen eine schmale Taille. Quelle: „Ich! Die Kraft des Narzissmus“ von Mitja Back

Von Hans Klumbies

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