Jeder fühlt sich hin und wieder als Opfer

So manche psychische Schädigung ist die Folge einer langen Ereigniskette. Tausend einzelne, winzige Aktionen, Entscheidungen oder Zufälle haben zu einem unguten Ergebnis geführt. An jeder kleinen Kreuzung hätte es anders laufen können – ist es aber nicht. Leider. Helga Kernstock-Redl fügt hinzu: „An einigen Punkten der Kette waren Menschen beteiligt, die möglicherweise eine echte Teilschuld tragen. Anderes wieder ist ohne jede Wahl passiert, zufällig oder in einer Notlage.“ Ist es ein Vorteil, ein „Opfer“ zu sein? Helga Kernstock-Redl schickt voraus: „Niemand kommt durchs Leben, ohne sich hin und wieder als Opfer von Unrecht, als unschuldig geschädigt zu fühlen. Gut fühlt sich das selbstverständlich niemals an.“ Helga Kernstock-Redl ist Psychologin und Psychotherapeutin. Sie beschäftigt sich vor allem mit der Psychologie der Gefühlswelt.

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