Michaela Brohm-Badry hat Menschen getroffen, die getan haben, was sie schon lange tun wollten. Sie haben gefunden, was sie begeistert, und sie erzählen davon voller Lebensfreude. Menschen, die aufbrechen und leben. Sie sind so wie viele andere Menschen, nur ein ganz klein bisschen anders vielleicht. Michaela Brohm-Badry erklärt: „Etwas zu erforschen heißt, sich lange Zeit zu vertiefen, um die eine Forschungsfrage beantworten zu können. […] Was brauchen wir, um mitten im Leben aufzubrechen und inneren Impulsen zu folgen? Und weiter noch: Woher kommt dieser Impuls zum Aufbrechen, und wie kann der Weg gelingen?“ Prof. Dr. Michaela Brohm-Badry ist Professorin für Lernforschung. Sie war langjährige Dekanin des Fachbereichs Erziehungs- und Bildungswissenschaften, Philosophie und Psychologie an der Universität Trier.
Lebensfreude
Eine Kindergartenpflicht wäre ein Segen
Dass Menschen ihre Kinder gewaltfrei erziehen können und ihren Nachwuchs nicht, wie Schimpansenmütter es tun, in die Ohren beißen müssen, um sie zu sozial verträglichem Verhalten zu veranlassen, verdankt der Mensch der Sprache. Die Fähigkeit des Kindes, die Perspektive anderer einnehmen zu können, ist im Kind zwar angelegt, aber nur als Potenzial. Joachim Bauer rät: „Nur wenn wir mit Kindern über ihr Verhalten – über Jahre hinweg – im ständigen Gespräch sind, nur wenn wir sie bei Bedarf immer wieder freundlich korrigieren und ihnen im Übrigen ein gutes Vorbild sind, nur dann kann sich dieses Potenzial auch entwickeln.“ Wenn die Eltern die Fähigkeit zum Wechsel der Perspektive mit dem Kind einüben, kann die obere Etage des Stirnhirns reifen. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt.