Viktor Frankl entwickelt die Logotherapie

Die Logotherapie – Philosophie oder eine Methode der Psychologie? Beides? Die Klärung ist müßig und letzten Endes ohne Bedeutung. Vielleicht ist Logotherapie angewandte Philosophie, die aus der Praxis entwickelt ist. Jedenfalls ist sie wirkungsvoll und hat zahllosen Menschen geholfen, ein entglittenes Leben wieder in den Griff zu bekommen. Viktor Frankl, geboren am 26. März 1905 in Wien, hat ein Medizinstudium absolviert und regen Gedankenaustausch mit Sigmund Freud und Alfred Adler gehabt. Sein Spezialgebiet war von Anfang an die Suizidprävention. Im Jahr 1928 gründete er in Wien die Jugendberatungsstellen mit dem Zweck, Schülersuiziden zuvorzukommen. Die hatten sich nämlich gehäuft, zumal wenn die Matura – Abitur – nicht bestanden wurde. Friedrich Torbergs Roman „Der Schüler Gerber“ ist die literarische Aufarbeitung dieser Zustände. Weltweit bekannt ist Viktor Frankl für seine Entwicklung der Logotherapie.

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Der Blödsinn ist zur Seuche mutiert

Blödsinn kann durchaus etwas Erfreuliches sein. Der rheinische Karneval zum Beispiel feiert den Blödsinn. Erwachsene Menschen verhalten sich kindisch und albern. Und sie lieben das. Manfred Lütz erläutert: „Die üblichen Kontrollen fallen weg. Das Kind im Manne kann sich genauso austoben wie alle anderen Kinder. Man sieht das Leben von einer ganz anderen Seite.“ Es gibt Leute, die behaupten, Rheinländer seien nur in der sogenannten fünften Jahreszeit, im Karneval, sie selbst. Den Rest des Jahres würden sie sich bloß verstellen und als normal verkleiden, um die anderen nicht zu irritieren. Ähnliches hat Manfred Lütz beim Karneval in Venedig erlebt. Venedig wird zur Bühne und die Italiener spielen in den fantasievollsten Verkleidungen sich selbst und andere. Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz ist Psychiater, Psychotherapeut, Kabarettist und Theologe.

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Lachen tötet die Furcht

Der Lachende gibt für einen Augenblick Kontrolle ab. Doch dieser Kontrollverlust weckt positive Emotionen. Er schwächt einen Menschen nicht, sondern stärkt ihn. Ulrich Schnabel weiß: „Solange in einer Gesellschaft noch viel gelacht wird, kann die Angst sie nicht zerstören.“ Deshalb schöpfen karnevalistische Kulturen wie Parodien und Komödien häufig aus der Angst. Sie verspotten, was Befürchtungen weckt, verkehren das Erschreckende ins Groteske. Gerade heute, in der angespannten Weltlage, sei daher eine heitere Haltung angemessen, argumentiert auch der ZEIT-Politikredakteur Gero von Randow: „Das Leben ist eben keineswegs nur dort zum Lachen, wo das Böse abwesend ist, ganz im Gegenteil: Das Böse selbst ist absurd und allemal ein bitteres Auflachen wert.“ Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT.

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Die Botschaft eines Lächelns erkennt jeder

Mit Humor kann man selbst in der größten Not seine Selbstachtung und Zuversicht verteidigen. Er kann zur letzten rettenden Lücke werden, wenn sämtliche andere Auswege verbaut und vernagelt erscheinen. Die Heiterkeit ist für die Zuversicht von großer Bedeutung. Es gibt schätzungsweise 7.000 verschiedene Sprachen auf der Welt. In vielen Ländern begreift man als Fremder weder die Schrift noch das gesprochene Wort. Ulrich Schnabel weiß: „Und doch gibt es eine Form der Kommunikation, die rund um den Globus verstanden wird – die Botschaft eines Lächelns.“ Und überall hat Freundlichkeit etwas Entwaffnendes. Leider trifft man selten Menschen, die diese schwierige Kunst der humorvollen Entspannung beherrschen. Im Gegenteil: Je grimmiger die Zeiten, umso angespannter sind in der Regel die Reaktionen der Menschen. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT.

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