Intelligenz findet im Gehirn statt

Zunächst hält Jakob Pietschnig fest, dass Intelligenz ein Prozess ist, der grundsätzlich im Gehirn stattfindet. Das erscheint heute als selbstverständlich, und keine seriöse wissenschaftliche Quelle würde diese Annahme in Abrede stellen. Historisch gesehen ist dieser Konsens allerdings nicht so alt, wie man das möglicherweise vermuten würde. Jakob Pietschnig blickt zurück: „Schon die alten Ägypter wussten um die 3.000 Jahre vor Christus, dass Kopfverletzungen mit Sprachverlust einhergehen können.“ Zu dieser Zeit herrschten zahlreiche bewaffnete Konflikte. Kriegsverletzungen wiesen darauf hin, dass Schädeltraumata der kognitiven Fähigkeiten von Menschen beeinflussen können. Trotzdem wurde in dieser Zeit das Gehirn als Sitz der geistigen Fähigkeiten nicht erkannt. Jakob Pietschnig lehrt Differenzielle Psychologie und psychologische Diagnostik am Institut für Psychologie der Entwicklung und Bildung in Wien.

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