Nicht nur die Zärtlichkeit beherrscht laut Ton Lemaire die liebevolle Beziehung zwischen zwei Menschen, es ist genauso die Leidenschaft. Leidenschaft ist für ihn durch ein gewisses Ungestüm, eine starke Dynamik und sogar durch eine Art Aggressivität gekennzeichnet. Die Leidenschaft strebt nach der totalen Berührung, einem Aufgehen in dem anderen, einem sich verlieren in dem Geliebten. Der holländische Anthropologe und Philosoph Ton Lemaire beschreibt die leidenschaftliche Liebkosung als keineswegs sanft und vorsichtig, sondern als fast hart und schmerzlich.
Gewalt
Viele Menschen fürchten sich vor der Freiheit
Erich Fromm ist der Meinung, dass die Psychologie von einem expliziten Begriff der menschlichen Natur ausgehen muss. So kann er die Feststellung wagen, dass der Mensch auf Freiheit hin angelegt ist; aber ob und wie er diese Freiheit verwirklicht, hängt sehr von individuellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten ab. Dasselbe gilt auch für die Individualität oder das menschliche Einzeldasein. Der Mensch ist etwas unverwechselbar Einmaliges, aber er kann dieses Individuelle verleugnen oder verdrängen, da er sich möglicherweise vor der sozialen Isolation und vor der Verantwortung fürchtet. Erich Fromm unterscheidet zwischen primären und sekundären Bindungen, um die Problematik von Individualität und Freiheit zu veranschaulichen.