Besonnenheit sorgt für Selbstbeherrschung

„Ich komme vom Himmel, um deinem leidenschaftlichen Drang ein Ende zu machen. Hör auf mit dem Streit und zücke das Schwert nicht!“ Mit diesen Worten richtet sich die Göttin der Weisheit, Pallas Athene, in Homers „Illias“ an den Helden Achill. Dieser will wegen einer ihm zugefügten Schmach gerade zum Schwert greifen, um damit König Agamemnon anzugreifen. Albert Kitzler weiß: „Schon in der Antike hat man dies als Mahnung zur Besonnenheit aufgefasst. Besonnenheit ist die Fähigkeit zur Mäßigung und Selbstbeherrschung. Sie schützt uns vor uns selbst.“ Wer sich selbst beherrschen kann, dem wird ein Lohn zuteil. Weisheit ist Voraussicht und kluges Bedenken, Gewichten und Abwägen der Folgen. Der Philosoph und Jurist Dr. Albert Kitzler ist Gründer und Leiter von „MASS UND MITTE“ – Schule für antike Lebensweisheit.

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Unzählige Fragen bestimmen den Alltag

Sich selbst, den eigenen Tonus und das, womit man zu tun hat, zunächst einmal kennenzulernen, bevor man es zu verbessern sucht, ist der erste wesentliche Schritt in Richtung Gelassenheit. Es gibt unzählige Fragen, über die man jeden Tag stolpern kann. Und natürlich wird man nicht allen nachgehen können. Aber sich die eigenen Fragen permanent vom Leib halten zu wollen, ist ebenfalls ziemlich anstrengend. Ina Schmidt erläutert: „Denn eben darum geht es: mitten im Alltag, mitten in der Hektik der eigenen To-dos nach mehr Gelassenheit zu streben und nicht in der Abkehr von dem, was zu tun ist.“ Ina Schmidt gründete 2005 die „denkraeume“, eine Initiative. In dieser macht sie in Vorträgen, Workshops und Seminaren philosophische Themen und Begriffe für die heutige Lebenswelt verständlich.

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Erlebte Wahlfreiheit setzt Energie frei

Je mehr Wahlmöglichkeiten ein Mensch hat, desto wichtiger ist Entschiedenheit. Das gilt vor allem für Lebensentscheidungen. Dabei ist es wichtig, für sich Prioritäten festzulegen, die die eigenen Werte spiegeln. Deshalb ist es laut Reinhard K. Sprenger hilfreich, sich von Zeit zu Zeit zu fragen: „Worum soll es in meinem Leben wirklich gehen? Bin ich auf dem richtigen Spielfeld? Mache ich einen Unterschied?“ Vor allem vor den großen Lebensentscheidungen sollte man sich fragen: „Trägt diese Entscheidung dazu bei, meine Sache, meinen Lebenstraum zu verwirklichen?“ Viele Menschen laufen mit dem Gefühl herum, gleichsam „im falschen Film“ zu sitzen. Sie sind Statisten im eigenen Leben, weil sie nach Drehbüchern leben, die andere ihnen geschrieben haben. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands.

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