Anja Förster und Peter Kreuz betonen: „Ein entschiedenes Leben zu führen bedeutet, volle Verantwortung zu übernehmen für das, was wir tun oder lassen. Für das, was wir wählen oder nicht wählen. Wozu wir ja sagen und wozu wir nein sagen.“ Das ist letztlich der Gesamtpreis, die Summe aller kleinen Deals, der Preis für ein Leben in Freiheit: die Verantwortung für das eigene Selbst. Viele Menschen haben allerdings Angst vor dieser Freiheit. Sie benutzen lieber die berühmten Wenn-Dann-Konstruktionen. Deren Funktion ist es, den momentanen Verantwortungsdruck auf die Zukunft abzuwälzen. Vermeidungs- oder Aufschiebungslösungen sind aber nur Scheinlösungen. Nicht wenige Menschen empfinden Entscheidungsprozesse als so unangenehm, dass sie nach jeder Entscheidungshilfe greifen. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.
Freiheit
Grenzenlose Freiheit ist nicht möglich
Abhängig zu sein, ist für den Menschen kränkend und wird bekanntlich, so gut es geht, verleugnet. Diese Kränkung macht verständlich, warum vielen der radikale Gegenentwurf völliger Unabhängigkeit und das damit verbundene Versprechen grenzenloser Freiheit verlockend erscheinen. Joachim Bauer erklärt: „Der geheime Wunsch, der Schwerkraft der Inter-Personalität zu entkommen, sich über andere erheben zu können und dadurch eine gewisse Großartigkeit zu erreichen, erinnert an Ikarus, der die Warnung seines Vaters missachtete, beim Fliegen mit den aus Wachs zusammengeklebten Federn der Sonne nicht zu nahe zu kommen.“ Dass Menschen autonom sein wollen, ist völlig legitim. Doch sosehr sie sich auch bemühen: Der Versuch, das in ihnen verankerte Du und die vielen äußeren und interpersonellen Abhängigkeiten loszuwerden, ist zum Scheitern verurteilt. Prof. Dr. Med. Joachim Bauer ist Neurowissenschaftler, Psychotherapeut und Arzt.
Es gibt keine Freiheit inklusive Sicherheit
Das Blöde an der Freiheit ist, dass sie anstrengend ist. Viele Menschen haben gelernt, das Anstrengende zu vermeiden. Und noch blöder ist, dass an der Freiheit nichts sicher ist. Anja Förster und Peter Kreuz fügen hinzu: „Das sind verdammt schlechte Nachrichten für diejenigen, die glauben, sie könnten Freiheit inklusive Sicherheit im Paket bestellen.“ In Deutschland hat es Tradition und erscheint vielen Menschen völlig normal, ihre Freiheit zurückzuweisen. Für sie ist es völlig in Ordnung, das eigene Schicksal daran zu knüpfen, dass ein anderer etwas tut oder lässt. Viele sind das einfach so gewöhnt, im Kindergarten und in der Schule aufgerufen zu werden – oder ansonsten ihre Klappe zu halten und stillzusitzen. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.
Die autoritäre Persönlichkeit will Sicherheit statt Freiheit
Die Grundstruktur des autoritären Denkens kann nur verstanden werden, wenn man dahinter die enttäuschten Bindungshoffnungen sieht – das zerstörte menschliche Vertrauen. Und genau daraus ergibt sich auch die Antwort auf das grundlegende Rätsel des Autoritarismus: Warum um alles in der Welt sollte jemand eine Diktatur gegenüber der Freiheit bevorzugen? Herbert Renz-Polster kennt die Antwort auf diese Frage: „Ganz einfach, weil Freiheit nicht zu Unsicherheit passt. Die autoritäre Persönlichkeit will Sicherheit statt Freiheit, sie will Ordnung statt Offenheit, sie will Hierarchie und kein Netzwerk. Der unsichere Mensch sucht Schutz, er strebt nach einem Leben im fremden, nicht im eigenen Sinn.“ Die zerbrochene Bindung bekommt nun einen Ersatz. Der Kinderarzt Dr. Herbert Renz-Polster hat die deutsche Erziehungsdebatte in den letzten Jahren wie kaum ein anderer geprägt.
Naturerlebnisse schenken einem Menschen Ruhe und Freiheit
Amerikanische Psychologen von der Universität Rochester interessierten sich für die Frage, welche Auswirkungen ein Naturerlebnis auf die Einstellung von Menschen zu ihren Mitmenschen hat. Sie unterschieden hierzu zunächst zwei generelle Lebensziele, intrinsische und extrinsische. Manfred Spitzer erklärt: „Intrinsische Motive betreffen unsere eigenen Grundbedürfnisse wie das Bedürfnis nach Gemeinschaft, nach Vertrautheit und persönlichem Wachstum. Extrinsische Motive hingegen betreffen Dinge, die nicht selbst einen Wert haben, sondern deren Wert davon abgeleitet ist, dass alle danach streben. Geld oder ein guter Ruf sind Beispiele für derartige Motive.“ Interessanterweise hängt das persönliche Glück sehr stark davon ab, ob man eher auf die Gemeinschaft oder auf sich selbst fokussiert ist. Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und das Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen.
Die Zuversicht ist die Kraft der inneren Freiheit
Ulrich Schnabel erzählt in seinem neuen Buch „Zuversicht“ von Menschen, die ihren Lebensmut selbst unter schwierigsten Dingen nicht verloren. Dabei geht es nicht um die naive Hoffnung, dass am Ende irgendwie alles wieder gut wird. Sein Buch ist auch kein Ratgeber im positiven Denken oder eine Empfehlung zum unbeirrten Optimismus, demzufolge es niemals Krisen gibt. Es geht Ulrich Schnabel um jene Art der Zuversicht, die sich keine Illusionen über den Ernst der Lage ist – und die einen Menschen dennoch in die Lage versetzt, der Angst zu trotzen und jene Spielräume zu nutzen, die sich auftun. Die neuesten Erkenntnisse aus Medizin, Neurobiologie, Psychologie und Philosophie zeigen: Nicht die Herausforderungen sind entscheidend, sondern die innere Haltung, die ein Mensch dazu einnimmt. Ulrich Schnabel ist seit über 25 Jahren Wissenschaftsredakteur bei der ZEIT.
Selbstbestimmt zu leben entspricht nicht der Norm
Das Industriezeitalter und die damit verbundenen Kultur der engen Vorschriften, strikten Hierarchien und dumpfen Routinearbeit ist längst mausetot. Heute existiert ein weit offener Raum an möglichen Arbeits- und Lebensformen. Es ist eine Zeit des Aufbruchs und der Veränderung angebrochen. Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Und hier kommen die Menschen ins Spiel, die ihre Freiheit annehmen und auf ihre Selbstbestimmung setzen. Sie hinterfragen die ausgediente Wertewelt eines längst vergangenen Zeitalters und akzeptieren die engen Grenzen nicht mehr.“ Jede Gesellschaft braucht dringend Erneuerer, die nach praktikablen Wegen für eine neue Zeit suchen. Sie braucht Persönlichkeiten, die Neues vorantreiben. Aber das bedeutet noch lange nicht, dass das alte Denken auf dem Rückzug ist. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.
Ohne Grenzen wird die Freiheit zum Zufall oder zum Chaos
Viele Menschen suchen stets nach einer Instanz, der sie die Verantwortung für das eigene Tun aufbürden können. Früher machte man vor allem Gott, die Vorsehung, dann – die Politik verantwortlich. Reinhard K. Sprenger ergänzt: „Heute scheinen einige Naturwissenschaftler die Rolle übernehmen zu wollen und kommen damit einem gesellschaftlichen Bedürfnis nach faktischer naturwissenschaftlicher Sicherheit nach.“ Sie unterscheiden zunächst zwischen Handlungsfreiheit und Willensfreiheit. Die Handlungsfreiheit besteht in der Wahl der Mittel und Wege zu bestimmten Zielen. Die Handlungsfreiheit sagt: „Wir können tun, was wir wollen.“ Die Willensfreiheit ist davon zu scheiden. Sie besteht darin, sich ohne fremdes Diktat eigene Ziele zu setzen. Hier lautet die Frage: „Können wir auch wollen, was wir wollen?“ Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands.
Anja Förster und Peter Kreuz unterscheiden die außere von der inneren Freiheit
Viele Menschen nehmen die äußere Freiheit sehr wohl positiv wahr, sind aber innerlich dennoch nicht bereit, die Freiheit wirklich für sich zu nutzen. Dieser scheinbare Widerspruch lässt sich nur verstehen, wenn man die innere Freiheit von der äußeren Freiheit differenziert. Anja Förster und Peter Kreuz erklärten, dass der historisch einmalige Freiheitszuwachs die äußere Freiheit betrifft: „Also den neuzeitlichen Zuwachs an Freiheit von sozialen Zwängen durch die Abwesenheit eines engen Korsetts aus Abhängigkeiten. Heute gehört das zum Leben in einer pluralistischen Gesellschaft dazu.“ Hingegen ist es die innere Freiheit, die sich häufig so belastend anfühlt. Die man sich selbst erst einmal zugestehen muss, um sie anschließend zu nutzen, um das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen und es zu gestalten. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.
Freiheit allein macht die Menschen nicht glücklich
Die äußere Freiheit eines Menschen sind seine Wahlmöglichkeiten in Aspekten wie Bildung, Wohlstand und Lebensgestaltung. Die aber haben einen erstaunlich geringen Einfluss auf die generelle Lebenszufriedenheit. Anja Förster und Peter Kreuz erklären: „Glück und Zufriedenheit steigen gerade dann, wenn Menschen ganz unabhängig von den äußeren Bedingungen das Gefühl haben, eigenverantwortlich zu handeln und frei zu entscheiden. Das stellt sich allerdings nur ein, wenn wir Überblick und Orientierung haben.“ Nun ist allerdings die Zahl der real existierenden Möglichkeiten in den letzten Jahren geradezu explodiert. Gleichzeitig hat sich auch die Menge der zur Verfügung stehenden Informationen gewaltig vergrößert. Vor einigen Jahrzehnten glaubten die Kommunikationswissenschaftler noch daran, dass Informationen Ungewissheit reduzieren. Anja Förster und Peter Kreuz nehmen als Managementvordenker in Deutschland eine Schlüsselrolle ein.