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Das Berufsleben ist gefährlich

Die interaktionistische Sozialisation fokussiert sich auf das symbolische Gespür, die Positionierung, die Balance der Identität und die Kompetenz der Handlungen. Zudem erklärt sie, wer welche Fäden im beruflichen Umfeld zieht und wer Freund und wer Gegenspieler ist. Je besser Optimisten das wissen, desto klüger können sie agieren, um Probleme zu lösen oder ihnen auszuweichen. Optimisten sind sich auch der Dynamik innerhalb von Teams bewusst. Jens Weidner weiß: „Das Berufsleben ist voller gefährlicher Interaktionen, die man durchschauen sollte. Dazu zählt auch die „Illusion der Alternativen“, die auch privat genutzt wird, um den Lebenspartner in die Defensive zu treiben.“ Der sogenannte Looping-Effekt treibt die gefährliche Interaktion auf die Spitze. Er ist eine unfaire und durch und durch pessimistische Interaktion. Jens Weidner ist Professor für Erziehungswissenschaften und Kriminologie.

Man trifft sich immer zwei Mal im Leben

Mit dem Looping-Effekt provoziert man ein verärgertes Verhalten beim Gegenüber, um diesen Ärger als unangemessene Reaktion zu sanktionieren. Vor allem Pessimisten verhalten sich immer wieder unangemessen. Für Optimisten heißt das in einem solchen Fall: sich nicht provozieren lassen. Niemals! Jens Weidner nennt Beispiele: „Nicht im Meeting, nicht in der Videokonferenz, nicht auf dem Flur. Weder von Lügnern noch von Konkurrenten oder von Journalisten.“ Man antwortet bei einer Provokation stattdessen: „Wichtiger Punkt, den Sie ansprechen. Darüber denke ich nach.“

Danach dreht man sich um und geht. Denn die größte Provokation für den Provokateur ist das Ignorieren seiner Provokation. Auf diese Weise verschafft man sich Zeit; ein Echo kann später immer noch folgen, manchmal auch sehr viel später. Optimisten wissen, man trifft sich immer zwei Mal im Leben und auch das macht ihnen gute Laune. Wer verbrannte Erde hinterlässt, darf später nicht auf Gnade hoffen. Hinterhältige Aktionen provozieren im Privaten und in der Geschäftswelt immer ein gefährliches Echo.

Der Optimismus bietet viele Vorzüge

Aufhorchen sollte man auch bei dem Begriff „Innovation“, denn dieser wird gerne genutzt, um hoffnungslose Projekte als Chance zu verkaufen. Innovation impliziert immer, dass niemand so genau weiß, wie es ausgeht. Sicher ist nur, dass die meisten Innovationen misslingen, was in der Natur des Neuen liegt. Optimisten wissen das, da das Zukunftsdenken ja zu ihrem Spezialgebiet zählt. Deshalb lassen sich bei innovativen Projekten immer schriftlich geben, dass das Misslingen der Innovation später nicht ihnen angelastet wird, sondern vielmehr ihr Mut gewürdigt wird, das Neue anzugehen.

Die Sozialisation zum Optimisten basiert auf drei Säulen: erstens dem richtigen Lernen, zweitens der richtigen Einstellung und drittens der richtigen Handlung im richtigen Moment. Wer auf diesem Fundament klug agiert, hat eine solide Grundlage zum Optimismus geschaffen. Optimismus bietet viele Vorzüge: ein längeres Leben, schnellere Genesungsprozesse, bevorzugte Einstellung bei Bewerbungen, bessere Laune, mehr beruflicher Erfolg, bessere Chancen bei der Partnerwahl und eine positive Selbsteinschätzung. Quelle: „Optimismus“ von Jens Weidner

Von Hans Klumbies

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