Das positive Religionsverständnis von C. G. Jung

In seiner positiven Einstellung zur Religion unterscheidet sich C. G. Jung deutlich von Sigmund Freud und Alfred Adler, die beide Atheisten waren und sich als Erben und Fortsetzer der Epoche der Aufklärung betrachteten. C. G. Jung dagegen wendete sich in einer eigentümlichen Weise zur Alchemie, der christlichen Gnosis, der Mystik und traditioneller Religiosität sowie dem Aberglauben und der Parapsychologie zu. Schon die Doktorarbeit aus dem Jahre 1902 „Zur Psychologie und Pathologie so genannter okkulter Phänomene“ lässt C. G. Jungs Hinwendung zum Aberglauben und Supranaturalismus erkennen. Er erforschte damals jahrelang ein spiritistisches Medium, das angeblich Botschaften aus dem Jenseits mitteilte, zuletzt aber betrügerischer Machenschaften entlarvt wurde.

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Melanie Klein entwickelt die Psychoanalyse des Kindes

Laut Melanie Klein ist die erste Objektbeziehung des Kindes die Mutterbrust, die den Mittelpunkt sämtlicher Emotionen des Babys bildet. Die Säuglinge idealisieren die Brust als Quelle von Liebe und Nahrung und fühlen sich von ihr bestraft, wenn ihr Verlangen danach nicht direkt befriedigt wird. Diese zwiespältigen Gefühle lösen zum ersten Mal im Leben Angst aus. Diesen Zwiespalt bezeichnet Klein als paranoid-schizoide Position.

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Ein gesunder Mensch kommuniziert mit seiner Umwelt

Ein Mensch mit einer intakten Seele fühlt sich in der Welt, in sich selbst und seinem Leib sicher. So erklärt sich laut Ronald David Laing der Hass auf den Körper in fast allen Religionen und die Askese und Selbstquälerei bei Heiligen und frommen Menschen. Die Sexualität stellt für Ronald David Laing eine der eindrücklichsten Inkarnationsformen des Selbst dar. Das unverkörperte Selbst ist laut Ronald David Laing besonders für die Pathologie anfällig.

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Viktor Frankl spekuliert über das Unterbewusstsein

Für Viktor Frankl ist der Geist gerade in seinem Ursprung ein unbewusster Geist. Denn der Geist ist genau dort, wo er seinen Ursprung hat, aller Selbstbeobachtung und Selbstspiegelung gegenüber blind. Das heißt, wo er ganz ursprünglich, ganz er selbst ist, ist er sich selbst unbewusst. Viktor Frankl zitiert, um seine Behauptung zu unterstützen, die alten indischen Veden, in denen es heißt: „Das, was sieht, kann nicht gesehen werden; das, was hört, kann nicht gehört werden; und das, was denkt, kann nicht gedacht werden.“ Aber nicht nur im Ursprung ist der Geist unbewusst, sondern auch in der obersten Instanz, die über Bewusstsein beziehungsweise Unterbewusstsein zu entscheiden hat. Aber um Entscheidungen treffen zu können, muss der Mensch doch irgendwie zwischen beiden Bewusstseinszuständen unterscheiden.

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C. G. Jung lehnt die Theorie vom Ödipuskomplex ab

C. G. Jung schloss sich 1907 mit großem Enthusiasmus der Psychoanalyse Sigmund Freuds an. C.G. Jung stand unter dem Einfluss romantischen und religiösen Schriften und versuchte diese geistigen Strömungen in seine psychoanalytische Theorie und Praxis einzuarbeiten. Eine erste Abgrenzung zur Psychoanalyse Sigmund Freuds vollzog er mit dem Buch „Versuch einer Darstellung der psychoanalytischen Theorie“, das 1912 erschien.

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Alfred Adler erklärt die Entwicklung des Charakters

Unter einem Charakterzug versteht Alfred Adler das Hervortreten einer bestimmten Ausdrucksform der Seele bei einem Menschen, der sich mit den Aufgaben des Lebens auseinanderzusetzen sucht. Charakter ist demnach ein sozialer Begriff, der nur im Zusammenhang des Menschen mit seiner Umwelt betrachtet werden darf. Der Charakter ist die seelische Stellungnahme eines Menschen seiner Umwelt gegenüber. Die Charakterzüge sind laut Alfred Adler nicht angeboren, sondern einer Leitlinie vergleichbar, die dem Menschen wie eine Schablone anhaftet und ihm erlaubt, ohne viel Nachdenken in jeder Situation seine einheitliche Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen.

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Howard Gardner predigt den Abschied vom reinen IQ

Howard Gardners Buch „Abschied vom IQ. Die Rahmen-Theorie der vielfachen Intelligenzen“ (Klett-Cotta 1991), machte die These populär, dass die logisch-mathematische oder allgemeine Intelligenz, die normalerweise bei einem Test des Intelligenzquotienten gemessen werden, doch kein so guter Maßstab für das Potential eines Menschen sei. Howard Gardner ersetzte die Frage „Wie klug sind Sie?“ durch die darüber hinausgehende „Wie sind Sie klug?“. Denn IQ-Test können halbwegs schlüssige Vorhersagen darüber machen, in welchen Schulfächern jemand gut sein wird, aber können nichts darüber aussagen, ob jemand einen Popsong komponieren oder einen Wettkampf gewinnen wird.

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Erwin E. Straus erhellt das Wesen des Menschen

Mit Wilhelm Dilthey und Edmund Husserl will sich Erwin W. Straus vom Einfluss René Descartes emanzipieren. Der französische Philosoph konzipierte das Ich als denkendes Ding, im Grunde ein Widerspruch an sich. Sodann wählte er das intellektuelle Erkennen und Urteilen zur eigentlichen Beziehung zur Welt. Die Empfindung hielt er dagegen für eine minderwertige Erfahrung. Erwin W. Straus begründete ein neues Ideal der Wissenschaft, eine neue Erhellung des menschlichen Wesens.

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Psychosomatische Erkrankungen kommen aus der Seele

Erwin Ringel erklärt: „Das, was psychisch krankmachend wirkt, sind bestimmte Gefühle, nicht der rationale, sondern der emotionale Bereich ist hier entscheidend. Dies unterstreicht die Bedeutung eines gesunden Gefühlslebens auch für die körperliche Gesundheit.“ Die entscheidende Schaltstelle zwischen Seele und Körper ist für Erwin Ringel das vegetative oder autonome Nervensystem. Dieses beherrscht alle Funktionen, die sich der Willkür des Menschen entziehen.

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Gerhard Roth: "Der Mensch hat keinen freien Willen"

Für den Verhaltensphysiologen Gerhard Roth ist das Ich eine Täuschung, da es das eine Ich nicht gibt, sondern viele Ichs. Das Ich kann beispielsweise als Gefühl auftreten, wonach das Individuum der Verursacher seiner Handlungen ist. Es hängt laut Gerhard Roth ganz davon ab, welche Gehirnregion aktiv ist, ob sich Menschen als Verursacher ihrer Handlungen fühlen oder nicht. Die Gedanken sind dabei untrennbar mit elektrischen Impulsen verbunden. Gerhard Roth sagt: „Das gilt nicht nur für Gedanken, sondern für jede Aktivität im Gehirn.“ Jeder Gedanke und jedes Gefühl hat eine neuronale Basis.

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