Der Geist dient dem Kampf um Überleben und Fortpflanzung

Menschen und andere Lebewesen existieren in Umgebungen, die sich von Zeit zu Zeit auf mehr oder weritierter Direktor am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig sowie Honorarprofessor an den Universitäten München und Leipzig.

Die Ursprünge von Experimenten liegen in funktionalen Überlegungen und Theorien

Die meisten Lebewesen verbringen laut Wolfgang Prinz ihr Dasein mit niemals endenden Abfolgen von Zyklen aus Wahrnehmung und Handlungen, bei denen der Geist die Rolle einer Steuerungsinstanz spielt. Diese Zentrale gleicht Informationen über die aktuelle Situation mit Informationen über die aktuellen Bedürfnisse der Lebewesen ab und setzt dann das Ergebnis dieser Vergleiche in Entscheidungen darüber um, ob und wie gehandelt werden soll. Wolfgang Prinz fügt hinzu: „Auf diese Weise dient der Geist der Verhaltensleistung in ihrem Kampf um Überleben und Fortpflanzung, und das ist die eigentliche Funktion, für die die Evolution den Geist entworfen und optimiert hat.“

Experimente zu Verhaltensleistungen untersuchen in gewissem Sinne, wie gut Menschen ihre Umgebung unter künstlich geschaffenen Aufgabenanforderungen bewältigen. Die wahren Ursprünge von Experimenten liegen für Wolfgang Prinz allerdings in funktionalen Überlegungen und Theorien. Er schreibt: „Es ist die funktionale Theorie, die die Wahl der Aufgaben, Bedingungen und Leistungskennwerte diktiert. Experimente beginnen also mit der Funktion, gehen dann zur Verhaltensleistung über und kehren schließlich wieder zur Funktion zurück.“

Der Zugang zum geistigen Erleben beruht auf der Selbstbeobachtung

Laut Wolfgang Prinz können Lebewesen als Systeme aufgefasst werden, die bestimmte Merkmale ihrer Umgebung steuern. Dazu machen sie Gebrauch von Sensoren, Effektoren und dazwischenlegenden Mechan sie Informationen über den gegenwärtigen Zustand ihrer Umgebung auf. Durch ihre Effektoren können sie diesen Zustand ändern, wenn er ihnen nicht gefällt.“

Verhaltensleistung und Erleben erfordern zwei verschiedene Herangehensweisen bei deren Erforschung. Der Zugang zum geistigen Erleben beruht auf der Selbstbeobachtung, während der Zugang zur Verhaltensleistung durch die Beobachtung anderer vermittelt ist. Psychologen können natürlich das geistige Erleben auch bei anderen Menschen untersuchen, allerdings nur auf viel indirektere Weise als bei der Selbstbeobachtung. Der Zugang zu diesen Zuständen oder Erlebn eine Sache des theoretischen Schließens und nicht der empirischen Beobachtung.

Von Hans Klumbies

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