Viele Wege führen vom Burn-Out zum Burn-In

In seinem Buch „Burn-In statt Burn-Out“ vertritt Klaus Biedermann die These, dass Arbeitsüberlastung und Tempodruck nicht zwangsläufig zu einem Zusammenbruch führen. Vielmehr sind es fehlende Sinnhaftigkeit und Fremdbestimmung im Privatleben und im Beruf sowie der Verlust an Werten. Daneben haben viele Menschen die Fähigkeit verloren, sich zu entspannen und positiv wahrzunehmen, was früher oder später zu einem Kollaps führt. Statt innerlich auszubrennen, gilt es, im positiven Sinn für etwas zu brennen. Dazu kann es hilfreich sein, das eigene Leben mit allem, was einen Menschen als Persönlichkeit ausmacht, infrage zu stellen. Klaus Biedermann rät die ausgetretenen Pfade zu verlassen, und neue Perspektiven zu entdecken und erstmalige Erfahrungen zu sammeln. Dr. phil. Klaus Biedermann leitet seit mehr als 30 Jahren Selbsterfahrungskurse und Burn-In-Seminare in seiner Sommerakademie auf der Insel Korfu.

Niemand anderer als man selbst erzeugt Stress

Klaus Biedermann weiß, dass der Weg zur Heilung so vielfältig sein kann wie die betroffenen Menschen unterschiedlich sind. Sämtliche Verfahren, die Klaus Biedermann in seinem Buch beschreibt, hat er selbst ausgeübt, einige praktiziert er noch immer und viele sind Bestandteil seiner Burn-In-Seminare. Auch der Stress, der in der heutigen Zeit vielen Menschen schwer zu schaffen macht, kommt ganz individuell daher. Und Stress hat nie in erster Linie mit den Umständen zu tun, sondern damit, wie man diese betrachtet und mit ihnen umgeht.

Klaus Biedermann schreibt: „Zunächst muss man sich eines wichtigen Umstandes bewusst werden: Niemand anderer als man selbst erzeugt jenen Stress. Dafür verantwortliche Faktoren sind die persönliche Sichtweise der Dinge, die eigenen Ängste wie auch die Art und Weise, mit bestimmten Situationen umzugehen.“ Im ersten Teil seines Buches beschreibt der Autor unter anderem die Phasen eines Burn-out und seine Behandlungsformen.

Autogenes Training ist als wirkungsvolle Stressprävention anerkannt

Im zweiten Abschnitt fokussiert sich Klaus Biedermann auf seine bevorzugten Lösungen wie die Kundalini-Meditation, Tai-Chi-Chuan, Autogenes Training und Transzendentale Meditation. Autogenes Training kann zum Beispiel jederzeit im Alltag praktiziert werden und schenkt binnen kurzer Zeit innere Ruhe und körperliche wie auch seelische Entspannung. Autogenes Training ist als wirkungsvolle Stressprävention anerkannt. Viele Krankenkassen übernehmen einen Teil der Kosten an einem solchen Entspannungskurs.

Eine andere Form der Entspannung ist Meditation in Bewegung: Tai-Chi-Chuan ist die Kunst, sich im Einklang mit der Natur zu bewegen. Klaus Biedermann erklärt: „In einem fließenden Ablauf von Schritten und Gesten wird die Grundübung des Tai-Chi-Chuan ausgeführt, um den Körper anmutig, leicht und geschmeidig durch den Raum zu bewegen. Im stillen Dahinfließen der Bewegung wird der Geist aufmerksam und klar. Die Sinne werden geschärft.“ Man kann Tai-Chi unter den verschiedensten Aspekten trainieren, sei es zum Stressabbau, für innere Ausgeglichenheit oder besser Konzentrationsfähigkeit.

Burn-In statt Burn-Out
Wie Sie in Balance bleiben
Klaus D. Biedermann
Verlag: Echnaton
Gebundene Ausgabe: 271 Seiten, Auflage: 2016
ISBN: 978-3-937883-79-3, 19,95 Euro

Von Hans Klumbies

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