Die Hoffnung ist ein dem Leben selbst innewohnendes Element

Wenn die Hoffnung, gleich welcher Art, aufhört, hört das Leben auf. Erich Fromm sagt: „Die Hoffnung ist ein dem Leben selbst innewohnendes Element.“ In die gleiche Richtung zielen die Gedanken von Viktor Frankl: „Ob bewusst oder unbewusst, jeder Mensch fragt nach Sinn.“ Besonders eindrucksvoll kommt eine irrationale Hoffnung in dem großartigen Lied des österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch, der sich selbst das Leben nahm, zum Ausdruck: „Komm, großer schwarzer Vogel, komm zu mir! Spann` deine weiten, sanften Flügel aus und leg`s auf meine Fieberaugen! Bitte, hol` mich weg von da! Und dann fliegen wir rauf, mitten in den Himmel rein, in a neue Zeit, in a neue Welt. Und ich werd` singen, ich werd` lachen, und werd` das gibt`s net schrei`n, weil ich werd` auf einmal kapieren, worum sich alles dreht.“

Die Hoffnung ist ein existentieller Lebensdrang

Doch die Hoffnung ist nicht nur ein Lebensdrang, sondern auch und vor allem ein Existenzial, ein zu jedem Menschen gehörender spezifisch humaner Wert, den wir verleugnen, verdrängen, einkapseln oder lächerlich machen können. Aber bleiben wird sie, die Hoffnung, auch wenn sie verschüttet ist.

Wer die Hoffnung aufgibt, ist an das Missliche gebunden, ist fixiert auf das, was war, was ist und was sein wird und nicht auf das, was werden könnte. Wer sich nur auf seine Lebenserfahrung beruft, steckt in seinem alten Leben fest, probiert nie ein neues, frisches Leben aus. Er gibt seinem Leben praktisch keine Chance. J. Cortázar dagegen sagt: „Wer nicht zu hoffen wagt, wird dem Unverhofften nie begegnen.“ Um der Hoffnung helle Kleider zu verschaffen, muss man sein Selbstmitleid überwinden.

Von Hans Klumbies

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