Vor den Erfolgen stehen meist Verluste

Erst mit zunehmender Erfahrung können Menschen lernen, eine der fundamentalen Lebensweisheiten zu verstehen. Der Zyklus des Auf und Ab ist nicht ihr Feind, selbst wenn sie dieser zwangsläufig immer wieder nach unten führt. Andreas Salcher erklärt: „Das Übel kommt von den Blockierungen. Gerade in der Phase des Abschwungs findet die Entwicklung, vor allem die so notwendige spirituelle Entwicklung, statt.“ Wer die Erfolge seines Lebens reflektiert, wird feststellen, dass er davor fast immer Verluste erleiden musste. Diese haben ihn zur Auseinandersetzung mit sich selbst gezwungen. Im mittleren Erwachsenenalter beginnt man zu ahnen, dass das Anstreben des „immer mehr“ nicht auf ewig funktionieren kann. Lernen bedeutet nicht das ständige Hinzufügen von Wissen, sondern auch ganz bewusstes Verlernen. Dr. Andreas Salcher ist Unternehmensberater, Bestseller-Autor und kritischer Vordenker in Bildungsthemen.

Weiterlesen …

Trauer und Zorn sind nur schwer zu unterscheiden

Auch wenn die „Trauer“ herkömmlicherweise nicht unter die reaktiven Haltungen gerechnet wird, liegt sie doch dem Zorn so nahe. Deshalb geht Martha Nussbaum zunächst darauf ein, worin sie sich von ihm unterscheidet. Die Trauer ist genau wie der Zorn auf einen entstandenen Schaden oder Verlust gerichtet. Martha Nussbaum schreibt: „Dieser Verlust ist schmerzhaft. Und in diesem Schmerz besteht die zentrale Ähnlichkeit zwischen den beiden Emotionen. Die Trauer aber konzentriert sich auf eine Ereignis. Bei dem kann es sich um eine von einer Person begangene Tat handeln, aber auch um ein natürliches Ereignis wie beispielsweise den Tod oder eine Naturkatastrophe.“ Und sie konzentriert sich auf den von diesem Ereignis verursachten Verlust. Martha Nussbaum ist Philosophin und Professorin für Rechtswissenschaften und Ethik an der University of Chicago. Sie ist eine der einflussreichsten Philosophinnen der Gegenwart.

Weiterlesen …