Zu einem konstruktiven Konfliktgespräch gehört, dass man einige Verhaltensweise beherzigt und einige andere vermeidet. Hans-Peter Nolting rät: „Zu vermeiden ist vor allem ein Hin und Her von gegenseitigen Schuldzuweisungen und eigenen Rechtfertigungen.“ Zwar ist es emotional verständlich, dass man nicht die eigenen Wünsche und Verhaltensweisen als Problem empfindet, sondern die des anderen, doch meist sieht der Kontrahent dies spiegelbildlich genauso. Daher verbessert sich die Ausgangsbasis für eine Verständigung erheblich, wenn man sich von der Sichtweise „Du bist das Problem“ löst und sie weitgehend durch die Ansicht „Wir haben ein Problem“ ersetzt. Was das konkrete Verhalten im Gespräch anbelangt so ist es hilfreich, vor allem zwei Leitlinien zu beherzigen. Dr. Hans-Peter Nolting beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit dem Themenkreis Aggression und Gewalt, viele Jahre davon als Dozent für Psychologie an der Universität Göttingen.