Lernvorgänge können automatisch ablaufen

Konditionierung ist der Fachbegriff dafür, dass das Gehirn lernt, wie auf Knopfdruck bestimmte Reaktionen zu zeigen. Das berühmteste Beispiel war der Pawlow`sche Hund. Dem russischen Verhaltensforscher Iwan Pawlow war es gelungen, zu beweisen, dass ein bestimmter Reiz, in dem Fall ein Glockenton, zu Speichelfluss bei einem Hund führte, da dieser Ton immer in Verbindung mit der Futterausgabe erfolgte. Der Glockenton löste schon nach kurzer Zeit den Speichelfluss auch dann aus, wenn noch kein Futter angeboten wurde. Heinz-Peter Röhr erklärt: „Das war der Beweis, dass das Gehirn auf bestimmte Reize reagiert, weil es sich erinnert.“ Unter Konditionierung ist deshalb ein Lernvorgang zu verstehen, der automatisch abläuft, wenn bestimmte Reize eintreten. Heinz-Peter Röhr ist Pädagoge und war über dreißig Jahre lang in der Fachklinik Fredeburg/Sauerland für Suchtmittelabhängige psychotherapeutisch tätig.

Weiterlesen …

Eine Belohnung kann sich in Bestechung verwandeln

Es ist fast unmöglich, einen Artikel zur Kindererziehung zu lesen, ohne über das Prinzip der „positiven Verstärkung“ belehrt zu werden. Aber die Sache hat für Reinhard K. Sprenger einen gewaltigen Haken: „Genügten bei Ihren Kindern anfangs noch ein paar neue Turnschuhe, mussten es vor zwei Jahren schon die Inlineskates sein. Im letzten Jahr war es dann ein einwöchiger Surfkurs auf Sylt. Und wehe, die Belohnung lässt sich in diesem Jahr nicht irgendwie steigern.“ Wenn man auf diese Weise Menschen antreiben will, muss das Reizniveau immer leicht nach oben geschraubt werden. Das Spiel verliert mit jeder neuen Runde, denn Belohnungen haben kurze Beine. Denn es liegt auf der Hand, dass nur der Preis permanenter Wiederholung oder Steigerung der Belohnung motiviert. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands.

Weiterlesen …