Rolf Dobelli deckt die Illusion des Mitgefühls auf

News lullen viele Menschen in ein warmes, weltumspannendes Gefühl ein. Sie fühlen sich alle als Weltbürger. Ihnen passieren dieselben Dinge. Sie alle sind miteinander verbunden. Der Planet ist ein globales Dorf. Rolf Dobelli kritisiert: „Der Zauber einer allumfassenden, weltweiten Verbundenheit ist ein gigantischer Selbstbetrug.“ Tatsache ist: Nicht der Konsum von Nachrichten verbindet eine Person mit seinen Mitmenschen und Kulturen. Die Menschen sind miteinander verbunden, weil sie miteinander kooperieren, Handel treiben, Freundschaften pflegen, verwandt sind oder lieben. Wenn immer Rolf Dobelli berichtet, dass er sich von News fernhält, kommt unweigerlich der Vorwurf: „Aber Sie nehmen ja keinen Anteil am Leiden der Ärmsten der Welt, an den Kriegsgeschehnissen und Gräueltaten.“ Der Bestsellerautor Rolf Dobelli ist durch seine Sachbücher „Die Kunst des klaren Denkens“ und „Die Kunst des klugen Handelns“ weltweit bekannt geworden.

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Kurznachrichten hemmen das Denken

Denken braucht Konzentration, die ihrerseits ungestörte Zeit erfordert. Wer sich dem reißenden Strom der Kurznachrichten öffnet, dessen Konzentration wird im Nu weggeschwemmt sein. Rolf Dobelli ergänzt: „News machen einen seichten Denker aus Ihnen. Aber nicht nur das. Sie beeinträchtigen Ihr Gedächtnis.“ Es gibt zwei Arten von Gedächtnis. Das Langzeitgedächtnis besitzt eine hohe Speicherkapazität, während das Arbeitsgedächtnis nur wenig aufnehmen kann. Der Weg vom Arbeits- zum Langzeitgedächtnis führt durch einen Engpass im Gehirn. Was immer ein Mensch verstehen möchte, es muss diesen Punkt passieren. Das geht bei abstrakten Informationen nur über Konzentration. Weil Kurznachrichten die Konzentration stören, schwächen sie aktiv das Verstehen. Der Bestsellerautor Rolf Dobelli ist durch seine Sachbücher „Die Kunst des klaren Denkens“ und „Die Kunst des klugen Handelns“ weltweit bekannt geworden.

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