Menschen folgen ihren Motiven

Es ist geradezu offensichtlich, wie seine Motive das Leben eines Menschen bestimmen. Für welche Berufe braucht man ein starkes Machtmotiv? Ingo Hamm nennt Beispiele: „Für alle Berufe mit Personalverantwortung: Vorgesetzter, Lehrer, Pfarrer, Psychologe, Politiker, Kompaniechef.“ Es ist das Brillante an Motiven: Sie sind nicht totzukriegen. Selbst unter widrigsten, nahezu hermetischen Bedingungen lassen sie sich noch marginal befriedigen. Bei den Motiven reicht „a bissel was“ für eine durchschlagende Wirkung. Daneben ist Authentizität Motivfolge. Wer seinen Motiven folgt – oder sie zumindest nicht verleugnet – wird und bleibt authentisch. Menschen folgen nicht dem Sinn, sie folgen ihren Motiven. Wir leben in einer Zeit, die den inneren Antrieb weitgehend abgeschafft hat. Einer Zeit, in der viele Mächtige die Überzeugung pflegen – vor allem im Berufsleben – dass der Menschen extrinsisch, von außen motiviert werden muss. Dr. Ingo Hamm ist Professor für Wirtschaftspsychologie an der Hochschule Darmstadt.

Weiterlesen …