Als Leidenschaften bezeichnet Aristoteles zum Beispiel den Zorn und die Begierde. Als Verhalten bezeichnet er Tugend und Laster. Die Lebensalter sind die Jugend, das Mannesalter und das Alter der Greise. Zu den Glücksumständen zählt Aristoteles eine adlige Herkunft, Reichtum und Macht. Über die Jugend schreibt er: „Die Jugendlichen sind ihrem Charakter nach zu Begierde disponiert und geneigt, das zu tun, wonach ihre Begierde tendiert. Und sie sind so disponiert, dass sie von den leiblichen Begierden am ehesten der Geschlechtslust anhängen und darin unbeherrschbar sind.“ Aber hinsichtlich ihrer Begierde sind sie seiner Meinung nach leicht wandelbar und zum Überdruss geneigt. Sie begehren heftig, lassen aber schnell nach. Denn ihre Wünsch sind heftig, aber nicht so stark wie das Gefühl des Durstes oder Hungers eines Kranken. Der griechische Philosoph Aristoteles lebte von 384 bis 322 v. Chr.
Jugend
Ein perfekter Körper verschafft Bewunderung
Vielen Menschen tritt der eigene Körper als ein beherrschbares und manipulierbares Objekt entgegen. Er wird zu einem Schauplatz der Selbstversicherung. Das geschieht in einer Zeit, in der so viele Bereiche des Lebens fragil geworden sind und sich der eigenen Kontrolle entziehen. Ernst-Dieter Lantermann schreibt: „Die Gewissheit unserer Herrschaft über den Körper lässt uns die Unsicherheiten leichter ertragen oder vergessen, an denen wir uns im täglichen Leben reiben. Ein perfekt aufgerüsteter Körper verschafft uns nicht nur Anerkennung und Bewunderung. Er wird auch zum Garanten unserer Selbstsicherheit und Selbstwertschätzung, unserer sozialen Identität. Ja er wird sogar zum Garanten eines mit Sinn und Energie erfüllten Lebens.“ In ihrer Streitschrift „Wir Schönheits-Junkies. Plädoyer für eine gelassene Weiblichkeit“ verweist Christian Zschirnt darauf, dass noch nie der bloßen Tatsache, im „richtigen“ Körper zu stecken, so viel Bedeutung verliehen worden sei wie heute. Ernst-Dieter Lantermann war von 1979 bis 2013 Professor für Persönlichkeits- und Sozialpsychologie an der Universität Kassel.