Selbsterkenntnis ist mit der Forderung nach Ehrlichkeit verbunden

Die Menschen, die heute im 21. Jahrhundert leben sind den alten Griechen in einigen Dingen sehr ähnlich, in vielem aber grundlegend verschieden. Andreas Salcher rät: „Um uns in der heutigen Zeit selbst erkennen zu können, müssen wir unsere Lebenskonzepte im Lichte der Weisheiten der vorhergegangenen Jahrhunderte neu überdenken.“ Ganz wichtig ist dabei, die Liebe zu sich selbst zu entwickeln, statt diese verzweifelt durch Anerkennung von außen kompensieren zu wollen. Philosophie und Psychologie haben die Menschen gelehrt, dass sie sich nicht völlig von außen betrachten können. Das eigene Selbst verändert sich natürlich schon dadurch, dass man sich damit auseinandersetzt. Dr. Andreas Salcher ist Mitbegründer der Sir-Karl-Popper-Schule und initiierte die Waldzell Meetings im Stift Melk. Er ist einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Österreichs. Sein aktuelles Buch heißt: „Erkenne dich selbst und erschrick nicht.“

Ein unerwünschtes Verhalten lässt sich in den meisten Fällen ändern

Menschen, die schon von Anfang an genau wissen, welchen Beruf sie einmal ergreifen werden, gibt es zwar, doch sie sind eher die Ausnahme. Für die meisten Menschen ist es ein mühevoller Prozess, zwischen dem unterscheiden zu lernen, was sie gerne tun, und dem, was sie besonders gut können. Irgendwann tauchen dann laut Andreas Salcher die fundamentaleren Fragen auf, die zum Ursprung der Suche nach der Selbsterkenntnis führen. Ohne Suchen, ohne sich permanent infrage zu stellen, gibt es keinen Schritt in Richtung Selbsterkenntnis.

Im menschlichen Gehirn gibt es keine Befehlszentrale, die darauf wartet, die widersprüchlichen Gefühle eines Menschen zu kontrollieren und ihn auf dem schnellsten Weg an ein gewünschtes Ziel bringt. Das heißt natürlich nicht, dass Menschen nicht lernen können, ein unerwünschtes Verhalten zu beherrschen. Andreas Salcher fügt hinzu: „Im Gegenteil, erst wenn wir verstanden haben, dass nichts auf der Welt stetig bleibt, sondern sich bewegt, wandelt, verfällt oder erschlafft, werden wir mit einer realistischen Erwartung an unsere eigene Veränderungsmöglichkeit herangehen.“

Von Hans Klumbies

 

 

 

 

 

 

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