Depressionen verursachen pro Jahr Kosten in Milliardenhöhe

Rund vier Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer Depression. Für sie ist das Leben nur noch grau und trist. Stephan Grünewald, Mitbegründer des Marktforschungsunternehmen Rheingold, hat durch eine Studie herausgefunden, dass Depression immer noch ein Tabuthema ist: „Die Furcht, sich in seiner Praxis einem Arzt oder Psychologen zu öffnen, ist groß, weil die Betroffenen fürchten, gleich Psychopharmaka verschrieben zu bekommen oder im schlimmsten Fall eingewiesen zu werden.“ Einfacher umzugehen ist mit Symptomen wie innerer Unruhe oder Burn-out, der mittlerweile eine Krankheit ist, die von der Gesellschaft akzeptiert wird, denn er ist irgendwie auch ein Zeugnis des Aktivseins. Niemand will depressiv sein, denn Depressionen passen nicht zum Kulturideal einer auf die Maximierung des Glücks ausgerichteten Gesellschaft von Supertalenten.

Depressive Menschen sind unfähig zu Kompromissen

Stephan Grünewald erklärt: „Wir fühlen uns wie Gott, mit einem Fingerwisch auf dem iPad bewegen wir Welten.“ In einer Betriebsamkeit, die bis zur Besinnungslosigkeit reicht, nehmen sich depressive Menschen keine Zeit, über ihre Lage nachzudenken. Stephan Grünewald fügt hinzu: „Sie sind unfähig zu Kompromissen.“ Ihre Gedanken kreisen nur um sich selbst, die Welt um sie herum ist ihnen egal. Der Anspruch bleibt, die Nummer eins zu sein. In der Depression wird er quasi eingefroren, die Menschen legen sich selbst lahm, sie ziehen sich zurück. Die volkswirtschaftlichen Schäden, verursacht etwa durch Fehltage in den Unternehmen und die Kosten der Behandlungen sind enorm. Die deutsche Volkswirtschaft kostet die Krankheit jedes Jahr rund 20 Milliarden Euro.  Quelle: Süddeutsche Zeitung

Von Hans Klumbies

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