Zufriedene Menschen leben 15 Prozent länger als unzufriedene

Wer im Alter aktiv ist, sich mit Freunden und Familie umgibt und sich für seine Mitmenschen interessiert, zudem noch diversen Hobbys nachgeht und regelmäßige Aufgaben erledigt, der hat prächtige Chancen, gesund zu bleiben und alt zu werden. Werner Bartens fügt hinzu: „Die positiven Auswirkungen, die ein liebevolles Wort, Freude, Anteilnahme und aufmunternde Gesellschaft auf die Lebenserwartung haben können, sind enorm. Sich aufgehoben fühlen und verstanden zu wissen macht nicht nur glücklich, sondern hält auch fit.“ Mehrere Studien haben bewiesen, dass zufriedene Menschen in einem funktionierenden sozialen Umfeld im Durchschnitt etwa 15 Prozent länger leben als jene, die sich als unglücklich, einsam und allein bezeichnen. Zudem zeigt sich, dass zufriedene und sozial eingebundene Menschen weniger oft in Unfälle verwickelt sind. Werner Bartens ist Autor von Bestsellern wie „Das Ärztehasser-Buch“, „Körperglück“ und „Was Paare zusammenhält“.

Einsamkeit verstärkt das Risiko eines Herzinfarkts

Freundlich und verständnisvoll miteinander umzugehen ist in vielfältiger Weise gesünder, als anderen ablehnend, mürrisch oder in ständiger Konkurrenz zu begegnen. Dagegen verstärken emotionale Belastungen und Einsamkeit das Risiko eines Herzinfarkts deutlich. Werner Bartens ergänzt: „Stress und Unzufriedenheit in Beruf, Familie oder Partnerschaft erhöhen das Infarktrisiko um den Faktor 2,67.“ Sogar auf das Krebsrisiko wirkt sich ein wohlmeinendes Miteinander positiv aus.

Außerdem beeinträchtigt Stress die Fähigkeit des Menschen enorm, sich in andere einzufühlen, und er vermindert die Resonanz, das heißt die Fähigkeit, emotional mit anderen mitzuschwingen. Akuten Problemen begegnet der Organismus des Menschen zwar meist angemessen. Ist die Lage jedoch chronisch schwierig, kann man den Körper vergessen. Werner Bartens erklärt: „Die Stressreaktion ist dann auf Dauerbetrieb geschaltet und schwächt Organe und Immunabwehr, anstatt sie zu stärken. Ein gemeiner Mechanismus: Das, was in der Not hilft, um Gefahren auszuweichen oder abzuwehren und Schmerzen zu verhindern, zermürbt auf Dauer und macht krank.“

Das sympathische Nervensystem dient als Alarmanlage

Der Mensch verfügt über eine körpereigene Alarmanlage, die Mediziner als sympathisches Nervensystem bezeichnen. Dieses Nervengeflecht bereitet den Organismus bei Bedrohungen automatisch auf Kampf oder Flucht vor. Werner Bartens erläutert: „Bei Gefahr wird sofort der Herzschlag erhöht, der Blutdruck steigt, die Lunge weitet sich, und die Verdauung wird eingestellt. Alle Muskeln sind jetzt angespannt, der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und mobilisiert letzte Energiereserven.“

Wer in ständiger Angst lebt, das Leben als einen einzigen Existenzkampf auffasst, sich im Büro permanent zofft und jeden Zeitgenossen als potentielle Bedrohung oder Konkurrenz sieht, der macht ganz bestimmte Körperwallungen durch – so als ob ein wildes Tier nach dem eigenen Leben trachten würde. Solche Menschen wachen oft schweißgebadet in der Nacht auf, ihr Herz schlägt bis zum Hals, die Atmung ist beschleunigt, die Nerven liegen blank. Alles ist auf Kampf oder Flucht eingestellt, obwohl gerade gar kein Feind zu sehen ist. Quelle: „Empathie“ von Werner Bartens

Von Hans Klumbies

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