Viele Menschen verwenden manchmal Begriffe, mit denen sie Personen, die sie nicht wirklich kennen, negative Eigenschaften zuschreiben. Julia Shaw nennt Beispiele: „Dieser Typ ist „creepy“, mir also unheimlich. Was für ein komischer Kauz. Wir sprechen hier von Unheimlichkeit oder Seltsamkeit so, als seien sie ein Wesenszug der Person statt das Ergebnis einer Situation.“ Bis vor Kurzem gab es noch keine Wissenschaft, die half, Unheimlichkeit zu verstehen. Die erste empirische Studie zu diesem Thema wurde 2016 von Francis McAndrew und Sara Koehnke veröffentlicht, die dieses scheinbar schwer fassbare Phänomen verstehen wollten. „Angesichts seiner Verbreitung im alltäglichen Sozialleben der Menschen überrascht es sehr, dass niemand es auf wissenschaftliche Weise untersucht hat“, so die Autoren. Julia Shaw forscht am University College London im Bereich der Rechtspsychologie, Erinnerung und Künstlicher Intelligenz.