Ohne Fingerspitzengefühl, das zur Entwicklung einer guten Geschichte gehört, hätten Wahrsagerinnen, Mystiker und Medien sicherlich nicht so lange überdauernd und in vielen antiken Gesellschaften wichtige Positionen eingenommen. Belege für die Popularität von Wahrsagerinnen datieren vielen Tausend Jahre zurück bis zu den antiken Kulturen Ägyptens, Chinas, Mesopotamiens und Assyriens. Kit Yates stellt fest: „Mit Anbruch der Aufklärung im Europa des 18. Jahrhunderts schwand die Beliebtheit der Wahrsagerzunft, und viele ihrer Zeremonien fielen der wachsenden Skepsis zum Opfer, mit der diese unwissenschaftlichen Praktiken zunehmend betrachtet wurden.“ Mit der Ausbreitung europäischer Kolonialreiche verbreitete sich diese Skepsis rund um die Welt. Heute belächeln vielen diese Schamanen und ihre Vorhersagepraktiken als unseriösen Unsinn. Kit Yates lehrt an der Fakultät für mathematische Wissenschaften und is Co-Direktor des Zentrums für mathematische Biologie der University of Bath.