In den Diskussionen über soziale Themen fehlt etwas: die Psychologie der Machtlosigkeit. Die ökonomische Ungleichheit in den Städten, Ländern, Staaten und Nationen führt zu einem Mangel an Vertrauen. Zudem kommt es zu unbesonnenem Verhalten, zu einem verringertem Sinn für Gemeinschaft, zu schlechter Gesundheit, Depressionen, Ängsten und Gewalt. Dacher Keltner fügt hinzu: „Machtlosigkeit verstärkt die Anfälligkeit der Menschen gegenüber Bedrohungen. Machtlosigkeit führt zu vermehrten Reaktionen des Körpers auf Stress. Sie verstärkt den Ausstoß von Cortisol und zerstört das Gehirn.“ Diese Auswirkungen beeinträchtigen die Fähigkeit eines Menschen zu denken und zu reflektieren, sich in der Welt zu engagieren, sich gut zu fühlen und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Dacher Keltner ist Professor für Psychologie an der University of California in Berkeley und Fakultätsdirektor des UC Berkeley Greater Good Science Center.