Gar nicht so wenige Menschen glauben, dass sie objektiver sind als andere. Adam Grant weiß: „Wie sich zeigt, geraten schlaue Menschen eher in diese Falle. Je intelligenter man ist, desto schwieriger kann es sein, die eigenen Grenzen zu sehen.“ Gut denken zu können kann dazu führen, dass man schlechter darin ist, Dinge zu überdenken. Wenn man im Wissenschaftlermodus ist, weigert man sich, seine Ideen zu Ideologien werden zu lassen. Man beginnt nicht mit Antworten oder Lösungen, sondern mit Fragen und Rätseln. Man predigt nicht aus der Intuition heraus, sondern lehrt auf der Basis von Beweisen. Man hegt nicht nur eine gesunde Skepsis gegenüber den Argumenten anderer Menschen, sondern auch gegenüber seinen eigenen. Adam Grant ist Professor für Organisationspsychologie an der Wharton Business School. Er ist Autor mehrerer internationaler Bestseller, die in 35 Sprachen übersetzt wurden.
Intuition
Die Intuition zeichnet sich durch drei Merkmale aus
Die menschliche Intuition wird derzeit vielfach als die Lösung für viele Situationen hervorgehoben. Sie kommt zum Einsatz, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen. Nach dem Motto: Wenn man nur richtig hinspürt und seinem Gefühl folgt, dann weis man genau, was man tun oder lassen muss. Ina Schmidt ergänzt: „Unsere Intuition scheint so etwas zu sein wie ein innerer Kompass. Wir wissen ihn zwar nicht recht zu beeinflussen. Er ist aber irgendwie verlässlicher als die Anstrengungen, die wir mithilfe von Faktensammlungen, Informationen, Gesprächen oder logischen Argumenten unternehmen, um am Ende eine gute Entscheidung treffen zu können.“ Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Ina Schmidt gründete 2005 die „denkraeume“, eine Initiative, in der sie in Vorträgen, Workshops und Seminaren philosophische Themen und Begriffe für die heutige Lebenswelt verständlich macht.