Anderen zu helfen scheint angeboren zu sein

Im Alltag kommen sich die Menschen ständig zu Hilfe. Man hat nichts davon, und es reicht einem in der Regel ein Blick des Dankeschöns als Gegengabe. Heinz Bude fragt: „Warum tun wir das, obwohl nichts passieren würde, wenn wir achtlos wären?“ Das sind einfach zivilisatorische Selbstverständlichkeiten, die man überall findet. Normalerweise wirken alltägliche Hilfen so, wie sie erscheinen: als Signal zwischenmenschlicher Aufmerksamkeit und als freundliche Unterstützung in den Mühen des Alltags. Der Evolutionsanthropologe Michael Tomasello ist der Auffassung, dass diese Art des Helfens angeboren und nicht anerzogen ist. Er führt dafür einige Gründe an. Der erste ist die Tatsache des relativ frühen Auftretens dieses Verhaltens, das im Alter von zwölf bis vierzehn Monaten auftritt. Heinz Bude studierte Soziologie, Philosophie und Psychologie. Seit dem Jahr 2000 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel.

Weiterlesen …