Parzellierung wertet den weiblichen Körper ab

Ein Mechanismus der visuellen Abwertung des weiblichen Körpers besteht in der Parzellierung. Eva Illouz erläutert: „Die visuelle Sexualisierung schließt definitionsgemäß die Fähigkeit ein, die Sexualität vom Selbst als Zentrum der Organisation von Werten, Gefühlen und Zielen abzulösen und sich auf erotische Körperteile zu konzentrieren.“ Diese Parzellierung des Selbst verleiht den Geschlechtsmerkmalen eine eigene Handlungsmacht, die wiederum neue Weisen hervorbringt, wie man sexuelle Akteurinnen wahrnehmen kann. Die Sexualisierung tendiert also dazu, sich auf Geschlechtsmerkmale zu konzentrieren und damit den weiblichen Körper zu parzellieren. Eine solche Parzellierung ist prägend für die Art und Weise, wie Männer Frauen anblicken und sich zu ihnen ins Verhältnis setzen – wobei sie sie als „Brüste“ oder „Hintern“ oder „Beine“ sehen. Eva Illouz ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem. Außerdem ist sie Studiendirektorin am Centre européen de sociologie et de science politique de la Sorbonne.

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