Jeder Mensch entscheidet selbst über sein Leben

„… trotzdem Ja zum Leben sagen“, ist Viktor Frankls bekanntestes Buch, in dem er über seine Zeit in einem Konzentrationslager der Nazis berichtete. Dabei stellte er fest, dass seine Mitgefangenen entweder einen starken Willen zum Überleben entwickelten oder am Leben verzweifelten. Viktor Frankl war der Meinung, dass der Mensch selbst entscheidet, ob er bestimmte Werte entwickelt, einen bestimmten Weg im Leben einschlägt oder in schwierigen Lebenslagen seine Würde bewahrt. Als Neurologe stimmte er grundsätzlich zu, dass wesentliche Aspekten des Menschen mit einem Computer vergleichbar seien, der Mensch aber nicht wie eine Maschine funktioniere.
Das Leben hat immer einen Sinn

Die Logotherapie von Viktor Frankl ist grundsätzlich optimistisch. Der Mensch soll davon überzeugt werden, dass das Leben immer einen Sinn hat. Für ihn ist auch die existenzielle Leere, die heute so viele Menschen empfinden, keine Neurose, sondern etwas zutiefst Menschliches. Die Verzweiflung zeigt, dass in diesen Individuen der lebende Wille zum Sinn vorhanden ist. Jeder Mensch kommt laut Viktor Frankl mit einem einzigartigen Sinnpotential auf die Welt, das er erfüllen kann. Er bleibt ihm überlassen, ob er diesen Sinn begreift und akzeptiert oder ihn ablehnt und meidet. Einen höchsten Sinn des Lebens gibt es für Viktor Frankl nicht, jedes Individuum hat seinen eigenen Lebenssinn.

Er unterscheidet die Logotherapie von der Religion wie folgt: er sagt, dass die Religion an sich von der Rettung handelt, während es bei der Logotherapie um die geistige Gesundheit des Menschen geht. Viktor Frankl glaubte, dass der menschliche Wille nach Sinnhaftigkeit ein ebenso starker Trieb sei, wie der Sexualtrieb bei Sigmund Freud oder das Streben nach Macht bei Alfred Adler.

Kurzbiographie: Viktor Frankl

Viktor Frankl wurde 1905 in Wien geboren, studierte dort Medizin und arbeitete in den 30er Jahren auf der Station für Selbstmordgefährdete am Allgemeinen Krankenhaus in Wien. Gleichzeitig eröffnete er eine private psychiatrische Praxis. Von 1940 – 1942 leitete er die Neurologie am Rothschild-Hospital. 1942 wurde er ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt, später ins Lager Dachau verlegt und 1945 von den Amerikanern befreit.

Nach dem Krieg wurde Viktor Frankl Leiter der Wiener Neurologischen Polyklinik, der er bis 1971 vorstand. Zu seinen weiteren Büchern zählen unter anderen „Ärztliche Seelsorge“, „Das Leiden am sinnlosen Leben“ und „Der unbewusste Gott“. Viktor Frankl starb 1997.

Von Hans Klumbies

Post Comment