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Frauen und Männer gehen unterschiedlich mit Stress um

Dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, ist inzwischen allgemein bekannt. Erstaunlich ist allerdings, wie groß die Differenzen zwischen den Geschlechtern auch im Erleben und in der Wahrnehmung von Stress sind. Werktage empfinden Frauen und Männer noch ähnlich belastend, während am Wochenende die Frauen zumeist weniger glücklich sind als ihre männlichen Partner. Möglicherweise liegt das daran, dass sie ihren Mann dann länger zu ertragen haben, und er nicht so gut weiß, war seiner Frau in dieser gemeinsamen Zeit guttut. Werner Bartens fügt hinzu: „Was Männer und Frauen einander antun müssen, um sich das Leben zur Hölle zu machen, wissen die meisten Menschen in Zweierbeziehungen hingegen ziemlich gut.“ Werner Bartens ist Autor von Bestsellern wie „Das Ärztehasser-Buch“, „Körperglück“ und „Was Paare zusammenhält“.

Körperlicher Kontakt wirkt sich positiv aus

Das Wissen darüber, wie man sich etwas Gutes tun und einander stärken kann, ist allerdings weitaus weniger verbreitet. Werner Bartens kennt ein paar einfache Tricks: „Männer helfen Frauen oder nicht angetrauten Partnerinnen in belastenden Situationen am besten, wenn sie ihnen den Nacken massieren und ansonsten schweigen.“ Dies hat Markus Heinrichs von der Universität Freiburg entdeckt. Stehen Männer vor unangenehmen Aufgaben, wollen sie vor allem mit ihrer Partnerin reden und von ihr Zugeständnis und Zuspruch signalisiert bekommen.

Es ist eine einfache Gewissheit, dass die Berührungen eines geliebten Menschen tröstend, aufbauend und vertrauensvoll wirken. Die Hand des Partners zu halten, umarmt oder an der Schulter gefasst zu werden, das tut offensichtlich gut. Wissenschaftlich ist längst belegt worden, dass körperlicher Kontakt in vielfältiger Weise positiv wirkt. Werner Bartens erklärt: „Er aktiviert das Immunsystem und stärkt die Abwehrzellen, er kann – etwa während einer Massage – den Blutdruck senken, fördert die Entwicklung von Kindern und beugt psychischen Leiden wie Depressionen vor.“

Besonders Männer profitieren von Streicheleinheiten

Außerdem mildert Körperkontakt die Aggressionen. Bei Paaren lindern freundliche Berührungen die Stressreaktion nach einem Streit und tragen dazu bei, dass Konflikte glimpflicher verlaufen. Dabei kommt es immer auf den Menschen an, von dem man berührt wird – und den man selbst berührt. Werner Bartens ergänzt: „Und es ist ebenfalls von großer Bedeutung, dass die Beziehung mit dem betreffenden Menschen lebhaft und liebevoll ist.“ Das ist leider nicht selbstverständlich, auch wenn es sich um Ehepaare handelt.

Mit der Zeit des Zusammenlebens gewöhnen sich die Partner immer mehr aneinander und kennen die Macken des anderen in- und auswendig. Das sollte aber nicht dazu führen, dass Streicheleinheiten gar nicht mehr ausgetauscht werden, sondern nur noch kühle Geschäftigkeit das Miteinander bestimmt. Wie wissenschaftliche Experimente belegen, sind es vor allem die Herren der Schöpfung, die von aufmunternder Zuneigung und Körperkontakt offenbar besonders profitieren. Quelle: „Wie Berührung hilft“ von Werner Bartens

Von Hans Klumbies

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