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Anklagen ist ein Zeitvertreib für Verlierer

Über die einzige Quelle von Stress wird nur selten oder nie etwas gesagt: „Stress gibt es nur, wenn Sie „Ja“ sagen und „Nein“ meinen.“ Dann – und nur dann – hat man Stress: Wenn man sich den Erwartungen anderer beugt, wenn man sich oberflächlich anpasst, aber eigentlich lieber etwas ganz anderes tun wollte. Wer „Ja“ sagt und „Nein“ meint, dreht die Verantwortung nach außen und beschuldigt den anderen. Ärger bedeutet immer, dass man jemanden Verantwortung zuschiebt, die man selber hat. Reinhard K. Sprenger sagt damit allerdings nicht, dass einem die Erwartungen anderer egal sein sollten. Er sagt nur, dass man sich diese Erwartungen nicht reflexhaft zu Eigen machen muss. Reinhard K. Sprenger ist promovierter Philosoph und gilt als einer der profiliertesten Managementberater und Führungsexperte Deutschlands.

Ärger über andere Menschen lohnt sich nicht

Reinhard K. Sprenger betont: „Stress ist eine Wahl. Das anzuerkennen tun sich viele schwer. Sie glauben, andere Menschen oder Ereignisse seien Stressauslöser oder –verursacher.“ Das Leben ist voll von Ereignissen, die wir vielleicht nicht oder kaum beeinflussen können. Wie ein Mensch darauf reagiert, ist ganz allein seine Wahl. Unterschiedliche Leute reagieren unterschiedlich auf dieselbe Situation. Was andere Menschen sagen oder tun, mag ein Auslöser für die eigenen Gefühle sein, es ist aber nie ihre Ursache. Die Ursache ist man immer selbst.

Niemand ist es wert, dass man sich über ihn ärgert. Wer anderen Menschen Schuld zuweist, braucht sich nicht zu ändern. Wer sich aber verändern will, wer lernen will, für den ist der erste und wichtigste Schritt: die Schuldzuweisungen zu beenden. Wer die Verantwortung auch für sein Scheitern übernimmt, hat die Kraft, es beim nächsten Mal besser zu machen. Wer aber die Umstände beschuldigt, legt die Grundstein für ein erneutes Scheitern. Anklagen ist für Reinhard K. Sprenger somit ein Zeitvertreib für Verlierer.

Rücksichtslose Verhaltensweisen sind nicht zu entschuldigen

Anspruch ist Ablehnung. Es ist doch viel spannender zu fragen: „Was tun Sie dazu, dass der andere sich so verhält, wie er sich verhält.“ Man trägt etwas dazu bei und lässt es zu. Offenbar glaubt ja der andere, sich einem gegenüber so verhalten zu können. Anderen gegenüber wird er sich wahrscheinlich nicht so verhalten. Also wird man wohl in der Vergangenheit einiges dazu beigetragen haben, dass der andere sein Verhalten für völlig in Ordnung hält. Oft ist er sich seiner Wirkung gar nicht bewusst.

Über das Verhalten des Partners kann man eine eigene Meinung haben. Reinhard K. Sprenger will rücksichtslose Verhaltensweisen auch keineswegs entschuldigen, aber er betont: „Wenn Sie an einem – an diesem – Lebenspartner wie an einem Rettungsring festhalten, wenn Sie den anderen „brauchen“, weil Sie sonst nicht glauben, lebensfähig zu sein, dann haben Sie schon verloren: Ihre Unabhängigkeit.“ Der Verrat sickert aus jeder Pore. Für den anderen verliert man dabei gleichzeitig an Attraktivität. Er spürt die Schwäche und verliert jeden Respekt. Quelle: „Die Entscheidung liegt bei dir!“ von Reinhard K. Sprenger

Von Hans Klumbies

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