Peter Lauster erklärt die Frustration der Begierde

Der Psychologe und Bestsellerautor Peter Lauster betrachtet die Liebe unter den verschiedensten Aspekten und geht der Frage nach: „Was ist die Liebe?“ Er ist fest davon überzeugt, dass die Aufklärung des Phänomens Liebe von großer Bedeutung für das gesamte Leben ist, für die psychische Gesundheit und das Lebensglück. Die Liebe ist für ihn keine komplizierte Angelegenheit, und dennoch ist sie in der Seele der Menschen so selten anzutreffen, weil aus einer einfachen Sache etwas hoch Kompliziertes gemacht wird, weil das Denken und die Ideologie dazwischentreten. Erst dadurch wird die Liebe kompliziert und bringt Kummer und Leid in das Leben der Menschen, obwohl die Liebe eigentlich das größte Glück ist und die Psyche gesund und dynamisch erhält.

Die wahre Liebe ist frei von jeder Begierde

Laut Peter Lauster ist die Liebe bei den meisten Menschen mit Begierde verbunden. Wer sich verliebt, möchte den Menschen, den er liebt, besitzen. Außerdem kommt die Sexualität mit ins Spiel, da sich der Liebende nach sexueller Erfüllung sehnt. Aus dem Begehren heraus entwickelt der verliebte Mensch zudem Ideen und Charme. Seine Wünsche sollen Wirklichkeit werden. Die Begierde ist für Peter Lauster eine starke Kraft, und die Aktion führt zu Erfüllung der Wünsche oder zur Frustration, wenn sich die begehrte Person der Liebe verweigert.

Für Peter Lauster entfaltet die Frustration in der Liebe eine starke Wirkung. Ein frustrierter Liebhaber ist oft so unglücklich, dass er am liebsten sich selbst oder andere umbringen möchte. Im Falle der Enttäuschung führt die Begierde also zu einer schweren psychischen Krise, zu einer ernsten Erkrankung der Seele. Die Verbindung der Liebe mit der Begierde ist eine Fehlschaltung, die den Menschen anzeigt, dass etwas mit ihrer seelischen und geistigen Verfassung nicht in Ordnung ist. Denn die wahre Liebe ist frei von jeder Begierde.

Die reine Liebe belässt den Geliebten in seiner Unabhängigkeit

Peter Lauster erklärt: „Was wir im Alltag unter Liebe verstehen, ist zumeist keine Liebe, sondern eine pervertierte Verirrung, eine Verwirrung von Gefühlen, Ängsten und Vorurteilen.“ Wer die Liebe im Alltag beobachtet erfährt viel über die psychische Krankheit der Menschen, die zwar viel über die Liebe reden, aber in Wirklichkeit gar nicht wissen, was Liebe ist. Diese Menschen halten ihre Gefühle und Begierden für Liebe. Oft betrachten sie sogar die Liebe und die Begierde als Einheit. Das ist falsch, da die Begierde mit der Liebe nichts zu tun hat.

Peter Lauster ist fest davon überzeugt, dass die Begierde die Liebe vertreibt. Wer begehrt und nach etwas giert, kann hr klar erkennen, was wirklich geschieht. Begierde ist Gier und damit eine seelische Störung. Peter Lauster sagt: „Wenn ich einen anderen Menschen begehre, seinen Körper, seinen Geist, seinen Sex, seine gesamte Person oder Teile seiner Person, dann ist die Liebe verloren.“ Durch die Gier wird die Liebe zerstört, um mich kurz an ihr zu erfreuen. Die reine Liebe reißt einen Menschen nicht aus seiner Verwurzelung, sie belässt ihn in Freiheit und seiner Unabhängigkeit.

Von Hans Klumbies

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